Rope Skipping: Seilspringen auf Profi-Niveau

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Ich bin ja offen für jede sportliche Herausforderung. Das habt ihr wahrscheinlich schon bemerkt, denn das ist einer der Hauptgründe, warum ich dieses Blogprojekt Anfang 2017 ins Leben gerufen habe. Bewegung und Sport sind enorm wichtig für die Gesundheit, aber der Spaß darf für mich nie zu kurz kommen. Ich liebe es, alle möglichen Bewegungsformen auszuprobieren und dabei jeden Tag etwas neues über mich zu erfahren. Auf sportblog.cc möchte ich auch euch inspirieren, immer wieder mal ein sportliches Abenteuer zu wagen!

Wie wäre es zum Beispiel mit Rope Skipping? Man benötigt kaum Equipment, verbrennt viele Kalorien und glaubt mir, um die Basis-Sprünge sauber zu beherrschen, müssen im Gehirn viele Synapsen „umgepolt“ werden. Für Erwachsene, die glauben, das noch aus der Schulzeit drauf zu haben, ist die Arm-Bein-Koordination erfahrungsgemäß eine große Challenge! 🙂

Alter Schulhofsport neu entdeckt

Beinahe jeder kennt „Rope Skipping“ aus der Kindheit. Nur hieß es damals Schnurspringen und war Kindern vorbehalten, die mit ihrem Hanfseil einfach hüpften, wie es ihnen gefiel. Perfektion war nicht gefragt, nur der Spaß zählte. Rope Skipping ist also nicht neu, sondern erlebt als eine moderne Art des Seilspringens ein Comeback.

Statt junger Mädchen erliegen nun tätowierte Kampfsport-Champions, gestählte Crossfit-Athleten und jugendliche Bewegungsstylisten ganz unverblümt dem Charme des Hopsens über die Schnur, mit gutem Grund: Rope Skipping entpuppt sich als ein wahres Multitalent für Ausdauer, Koordination und Kräftigung des gesamten Körpers.

Mauer-Malerei mit seilspringenden Kindern

Topfit mit wenig Geld und Zubehör

Laura Göttfert hat ihre Sprungleidenschaft im Alter von acht Jahren entdeckt. „Durch eine Freundin“, erzählt sie. Heute (2017) ist die 24-jährige Wirtschaftsrechtstudentin bereits zum vierten Mal in Folge amtierende österreichische Rope Skipping-Meisterin.

„Das tolle am Seilspringen ist, dass man kaum Equipment braucht“, schwärmt die Niederösterreicherin. Seile bekommt man schon ab zehn Euro. Man kann allein springen, zu zweit oder in der Gruppe, gemütlich für die Fitness oder für Wettkämpfe oder Shows trainieren. Erfolgserlebnisse stellen sich bald ein – weil man aber immer neue Sprungkombinationen erfinden kann, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt und es wird nie langweilig.

Österreichische Ropeskipping Staatsmeisterin Laura Göttfert im Interview mit Bernadette Hörner

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Rope Skipping Geschichte – vom Footballspieler Richard Cendali zum Leistungssport

Als Gründervater des modernen Schnurspringens gilt der amerikanische Footballspieler Richard Cendali. Erzählungen zufolge wurde er in den 1970er-Jahren von seinem Trainer vor die Wahl gestellt: für die Kondition die Stadionstufen rauf- und runterjoggen oder seilspringen. Er entschied sich fürs Springen – und Rope Skipping war geboren. Cendali begann gekreuzte Arme, Sideswings und Mehrfachdurchzüge in sein Training einzubauen und das fand großen Anklang.

Rope Skipping auf Leistungsebene, wie Laura es betreibt, wird heute vom Österreichischen Fachverband für Turnen beziehungsweise vom Deutschen Turnerbund organisiert. Weltmeisterschaften werden sowohl von der FISAC-IRSF (Fédération Internationale de Saut à la Corde – International Rope Skipping Organisation) als auch von der WJRF (World Jump Rope Federation), einer aus Amerika stammenden Rope-Skipping-Bewegung, ausgerichtet. Es gibt dabei die Disziplinen Speed (möglichst viele Speedsteps in 30 Sekunden) und Freestyle (Choreografie). Antreten können Einzelpersonen (Single Rope) oder Teams mit fünf Personen.

Vierfachdurchzüge bei Schnurspring-WM heute Standard

Um bei derartigen Großveranstaltungen mithalten zu können, braucht es mittlerweile eine ordentliche Portion Geschicklichkeit und Fleiß. „Im Schnitt hat man nach drei bis fünf Jahren ein akzeptables Niveau erreicht“, so Laura Göttfert, „aber die Leistungsdichte ist schon enorm groß. Als ich begonnen habe, musste ich mir noch alle Tricks selbst beibringen. Die Kids, die ich heute trainiere, kommen zu mir und wollen, dass ich ihnen diesen oder jenen Sprung zeige. Daher sehen wir inzwischen Vierfachdurchzüge und ohne spezifisches Krafttraining läuft nichts mehr.“

Zudem werden in den Freestyle-Küren immer mehr Bodenakrobatik-Elemente eingebaut, weshalb vor allem ehemalige Kunstturner das Niveau pushen. Die derzeit besten Seilkünstler kommen aus Australien, Belgien, Ungarn und Portugal. Göttfert: „Schnurspringen ist dort populärer als bei uns. Die Belgier haben in dem Sport sogar so viel Potenzial erkannt, dass Rope Skipping als fixes Angebot im Sportunterricht der Grundschule integriert wurde.“

Laura Göttfert demonstriert Handstand-Trick mit Springseil

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Ropeskipping-Profi Laura Göttfert demonstriert einbeinigen Seilsprung-Trick

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Seilspringen für die Fitness – Kalorienverbrauch höher als bei Stepper-Training

Auch die Fitnessbranche hat inzwischen das Leistungsvermögen dieses Sports entdeckt. „Beim Seilspringen werden doppelt bis dreimal so viele Kalorien verbrannt wie bei klassischem Ergometer- oder Stepper-Training“, erklärt etwa Fitnessprofi Mike Mayrbrugger, Leiter der Personal Fitness Academy (PFA). „Es ist so effizient, weil es nahezu jeden Muskel im Körper beansprucht.

Dazu ist es koordinativ extrem anspruchsvoll, was vor allem Kampfsportler schätzen, denen eine schnelle Arm-Bein-Koordination wichtig ist.“ Eigentlich bietet Rope Skipping aber in jeder Sportart tolle Trainingsreize, deshalb schwört auch beispielsweise Ex-Skispringer Thomas Morgenstern auf sein Hüpfseil.

Crossfit-„Double-Unders“ und Speedrope-Gruppenkurse pushen den Trend

Einen weiteren Boom erfuhr das unscheinbare Trainingsgerät mit dem Aufkommen der „Crossfit-Games“. „100 Double-Unders“ (100 Zweifachdurchzüge) wird dort als offizielle Wettkampfdisziplin geführt. Weil das Springen nicht viel Platz benötigt, kommt daher auch kein urbaner Trainingsplan mehr ohne Ropejump-Sequenzen aus.

In klassischen Groupfitness-Stunden sucht man Sprungseile bisher allerdings vergeblich. Mit „Speedrobic“ wird in Deutschland zwar bereits ein erstes Jump-Kursformat angeboten, „in Österreich arbeiten wir aber noch an der Umsetzung“, so Mike Mayrbrugger, der für die Österreich-Ausbildungen zuständig ist.

Staatsmeisterin Laura Göttfert erklärt die Grundlagen des Rope Skipping auf Video

Ich habe Laura im Frühjahr 2017 besucht und mit ihr über spannende Facts des hochkoordinativen Trendsports geplaudert. Ihr wollt den Unterschied zwischen Speed Ropes, Beaded Ropes und Freestyle-Seilen sowie die Wettkampf-Disziplinen genauer verstehen? Klickt euch durch das Video!

Welche Seile man für Rope Jumping benötigt

Ropeskipping Staatsmeisterin Laura Göttfert beim Seilsprung-Training mit sportbblog.cc-Redakteurin Bernadette Hörner

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Der Rope Skipping-Markt bietet ein umfassendes Sortiment für unterschiedliche Anforderungen. Für Einsteiger bis zur Mittelstufe reicht ein einfaches Plastikseil, auch Freestyle-Seil genannt (z.B. bei www.jumpnrope.com, Preis: ca. 10 Euro). Die Länge kann hier durch Klemmen einfach angepasst werden. Eine Alternative sind „Beaded Ropes“, bei denen kurze Kunststoffglieder auf die Schnur gefädelt sind. Derartige Seile schwingen etwas langsamer, behalten aber trotzdem eine runde Bogenform und sind daher besonders geeignet, um neue Schwungvarianten und Tricks zu erlernen (z. B. bei www.jumpnrope.com: Preis: ebenfalls ca. 10 Euro).

Für Speed-Disziplinen oder Crossfit-Double-Unders sind Seile interessant, die durch Kugellager ein schnelleres Drehen ermöglichen und damit die Handgelenke schonen (z. B. Speed-Seile von www.jumnrope.com, Preis: ab 20 Euro, oder www.prospeedrope.at, Preis: ab 33 Euro). Die optimale Länge wird für alle Seilarten gleich bestimmt: Die oberen Griffenden sollten genau bis in die Achselhöhle reichen, wenn man mit beiden Beinen mittig auf dem Seil steht.

Wo ihr Rope Skipping-Kurse in eurer Nähe besuchen könnt

Wer sich am frischen Schwingsport versuchen möchte, hat also folgende Möglichkeiten: Erste Anlaufstelle sind örtliche Sportvereine, die professionelle Trainingsgruppen organisieren. Für Deutschland bietet der Deutsche Turnerbund einen Überblick über Rope Skipping-Teams mit eigener Homepage. Auch der Österreichische Turnverband führt eine Seite mit Links zu den großen aktiven Vereinen. Zu Rope Skipping-Vereinen in der deutschsprachigen Schweiz findet man auf Google Maps eine Übersichtskarte.

Beim Rope Skipping kann man aber auch autodidaktisch durch YouTube-Tutorials einiges lernen – und merkt sofort, dass Seilspringen nichts von der kindlichen Faszination eingebüßt hat.

Portraitfoto der dreifachen österreichischen Ropeskipping-Staatsmeisterin Laura Göttfert

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Laura Göttfert

ist vierfache Österreichische Meisterin und springt seit ihrem achten Lebensjahr für den Verein ASKÖ Gymnastics Gänserndorf (Niederösterreich).

Sie hat erfolgreich an zahlreichen Europameisterschaften und Weltmeisterschaften teilgenommen und ist seit einigen Jahren selbst als Nachwuchs-Trainerin tätig.

Ihr habt weitere Fragen an Laura Göttfert? Über die Gänserndorfer Ropeskipping-Leiterin Gudrun Göttfert könnt ihr mit ihr in Kontakt treten: gudrun[at]gymnastics-gf[punkt]at

2017-11-17T00:04:16+00:00 Tags: , |

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