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Warum Winterkälte mich stark und gesund macht

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Ich freue mich heute ganz besonders, mit diesem Beitrag ein weiteres Türchen unseres Blogger-Adventskalenders öffnen zu dürfen! Gemeinsam mit 5 Fitness-Expertinnen (Fitmelicious, Placevaventura, Mafambani, Secret Garden Fitness, Fitfunfruits) ist es mir dieses Jahr ein Anliegen, den Advent einmal bewusst und besinnlich einzuläuten. Mit Themen rund um unser Wohlbefinden und Tipps für eine abwechslungsreiche, stimmungsvolle Vorweihnachtszeit feiern wir unseren Fitnessblogger Advent und laden dich ein, bei der weihnachtlichen Reise dabei zu sein. Es gibt jedes Adventwochenende und an ausgewählten Tagen jeweils einen Blogbeitrag mit fachlichen Infos, Gewinnspielen, persönlichen Tipps und spannenden Gewinnen für einen gesunden Weihnachtsalltag.

Heute kommt von mir ein Thema, das ganz in der sportbog.cc-Tradition einen bislang weniger bekannten Fitness-Aspekt aufgreift. Nämlich das Thema „Kälte“, das in der Adventszeit unweigerlich in den Fokus rückt – nicht immer zur Freude aller Zeitgenossen. 😉 Vielleicht verbindest auch du Kälte nur mit unliebsamem Frieren? In diesem Post erfährst du, welche vielfältigen positiven Auswirkungen Kälte auf deine Fitness und Gesundheit hat und lernst einfache Methoden, mit denen du dir den Jungbrunnen Kälte zu Nutze machen kannst.

Und psst: Wenn du den Beitrag bis zum Ende liest, wartet zudem die Chance auf ein winterlich-kulinarisches Goodie auf dich! Mehr Infos zum Gewinnspiel findest du am Ende dieses Posts. 🙂

— Werbung: Dieser Beitrag enthält Produkte und deren Namen, die mir unentgeltlich für Verlosungszwecke zur Verfügung gestellt wurden. Verlinkungen in diesem Beitrag sind keine Affiliate Links.—

Der Winter und ich – eine Hassliebe

Frösteln, Zittern, kalte Finger und erfrorene Zehen. Die Kälte und ich waren nie beste Freunde. Im Dezember beginnt die Außentemperatur üblicherweise so richtig in meine Knochen zu kriechen und früher habe ich mir oft gewünscht, irgendwo am brasilianischen Äquator geboren worden zu sein – bei durchgehend T-Shirt-tauglichem Wetter. Hach…

Einzig in meinen Saisonen als Snowboardlehrerin in Flachau konnte ich dem Winter ein klein wenig Positives abluchsen. Verschneite Berge haben schon was. Und durch die Lichtreflexion des Schnees bekommt man an so einem Pistentag auch ordentlich Sonne ab. Das kann die Stimmung durchaus heben.

Aber seit ich mein Studium fertig habe, kriege ich wieder 365 Tage die volle Stadtdosis. Und der Winter ist wieder zum Übel geworden. Auch, weil ich mit meinem Hashimoto mehr zum Frieren neige als durchschnittliche Menschen. Das hat etwas damit zu tun, dass bei dieser Krankheit die Schilddrüse und die Nebennierenrinden nicht mehr einwandfrei funktionieren und diese für die Wärmeregulierung eine wichtige Rolle spielen.

Kalte Temperaturen haben überraschende Vorteile für deine Gesundheit

2018 habe ich mich durch meine Medicalfitness-Ausbildung intensiver mit Kälte auseinandergesetzt. Und das Spannende dabei ist: Kalte Temperaturen sind eigentlich essentiell für unsere Gesundheit und ein wichtiger Teil im Jahresrhythmus unseres Körpers.

Vielleicht ist es dir schon mal aufgefallen: Dein Appetit ändert sich, je nachdem in welcher Jahreszeit du dich gerade befindest. In den warmen Monaten haben wir eher Lust auf fettarme, leichte Speisen wie Salate, Frischgemüse und Obst. Beginnt der Herbst, schaltet der Stoffwechsel in den „Speichermodus“ um. Wir wollen schlagartig mehr gekochte, stärkehaltige Gemüse es verlangt uns auch nach mehr Zucker, Deftigem und Fettigem. Zufällig sind das genau die Produkte, die uns zum Erntedank so ausgiebig von der Natur geschenkt werden: Getreide, süße sonnengereifte Früchte, stärkehaltige Gemüse, fettreiche Nüsse, gut genährte Wildtiere usw. (sorry an alle Veganer, ist evolutionär halt so gewesen).

Portraitbild Bernadette Hörner

Es ist tatsächlich so, dass, der sich Körper im Herbst per Tendenz eine Insulinresistenz anfuttert und dadurch viel Speicherfett für den Winter aufbauen möchte. Kommt dann die Kälte, wird dieser Prozess gestoppt. Und da wird’s interessant. Denn der Kältereiz verbessert die Insulinsensitivität wieder, senkt den Blutzuckerspiegel, baut das Speicherfett wieder ab und bietet daher Schutz vor Diabetes, Übergewicht und erstaunlich vielen Immunproblemen. Setzen wir uns also bewusst der Winterkälte aus, gehen wir im Frühjahr frostgestärkt und wieder erschlankt dem Sommer entgegen. Wie einst unsere Urvorfahren, deren Gene und damit Körperprogrammierung immer noch unser Leben bestimmen.

Kälte schützt uns gegen viele Zivilisationskrankheiten

Natürlich möchte ich jetzt nicht sagen, dass du dich im Herbst bedenkenlos mit fetten Süßigkeiten vollstopfen sollst. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist das ganze Jahr über wichtig – beim Menschen steht ja immer noch der Verstand über dem Instinkt. Den Stoffwechselzyklus zu verstehen hilft aber, der ungeliebten Winterkälte den Platz einzuräumen, der ihr gebührt. Kälte ist nämlich generell sehr vorteilhaft für deine Gesundheit. Das hat nicht zuletzt bereits die Schulmedizin erkannt, die mit Kryotherapie vor allem Entzündungsprozesse wirksam therapiert.

In westlichen Ländern leiden zudem heute etwa 80% der Menschen unter einer (oft unbemerkten) Insulin- und Leptinresistenz – also der Vorstufe von Diabetes. Überkalorische Ernährung, zu viel raffinierter Zucker, zu viele Weißmehlprodukte, Transfette, zu wenig Bewegung. Du kennst die Leier ja sicher.

Kälte kann hier, aber auch für viele andere chronische Leiden, ein wirksames Regulationswerkzeug sein. Im Grunde das ganze Jahr über, aber natürlich vor allem im Winter, wo die frostige Therapie einfach und günstig vor der Haustür lauert.

Was Kälte in deinem Körper bewirkt

Setzen wir unsere Haut regelmäßig kalten Temperaturen aus, hat das erstaunlich viele positive Effekte:

Fitness Expertin Bernadette Hörner im T-Shirt bei Winterwetter (Erholungsgebiet Wien Simmering)

1. Erhöhter Stoffwechsel

Unser Körper kann sich eigentlich super gegen Kälte schützen: Durch braunes Fettgewebe. Dieses Fett, das hauptsächlich in den Muskeln sitzt, kann Energie sehr effizient in Wärme umwandeln. Die braune Farbe kommt nämlich von der hohen Anzahl an Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Zellen, die die eigentliche Energieumwandlung durchführen.

Setzt du deine Haut also intensiven Kältereizen aus, fließt viel der Nahrungskalorien sofort zu den Mitochondrien im Braunfett, aber auch direkt in die Muskelfasern, die bei Kälte durch Zittern und Bewegungsdrang ebenfalls Wärme produzieren. Braunes Fett (das „gute“, stoffwechselaktive Fett) verbrennt zudem weißes Speicherfett (das schwabbelige, „schlechte“ Fett um Hüften und Bauch). In Summe bringt Kälte einen höheren Energieumsatz hilft daher beim Abnehmen.

2. Schutz vor Diabetes

Weil die Mitochondrien im braunen Fett vermehrt Glukose und freie Fettsäuren verbrennen, um daraus Wärme zu produzieren (wie oben beschrieben), sinkt der Blutzuckerspiegel. Das ist vor dem Hintergrund des Jahresbiorhythmus wichtig (wie eingangs erklärt – Abbau der im Herbst angelegten Reserven). Einige Studien zeigen daher Hinweise, dass Kälte möglicherweise Typ-2 Diabetes abschwächen kann. Die Insulinempfindlichkeit konnte gesteigert und damit die Aufnahme von Blutzucker ins Gewebe verbessert werden. Glukose im Blut soll ja eigentlich Muskeln und Organe mit Energie versorgen und nicht ewig drin rumschwimmen.

Bei diesem Blutzucker-Regulierungsprozess spielt auch das Hormon Adiponektin eine Rolle, das nach einer Kälteeinwirkung um bis zu 70% erhöht sein kann (Adiponektin ist neben der Insulinregulierung auch an vielen anderen Prozessen beteiligt, mehr dazu beim Punkt „Hilfe bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen“).

3. Entzündungshemmer

Ist uns kurz einmal kalt, ist das ganz klar ein Stressreiz für den Körper. Kälte ist nicht angenehm! Es werden verschiedene Stresshormone ausgeschüttet, unter anderem Adrenalin. Dieses wirkt antientzündlich, regelt also akut die Entzündungsparatemer im Körper herunter. Deutliche Kältereize bewirken außerdem, dass vermehrt Norepinephrin freigesetzt wird (auch bekannt als Noradrenalin), welches z.B. nachhaltig die Entzündungsbotenstoffe TNF-α und MIP-1α reduziert (agieren als Entzündungsverstärker).

Deshalb ist Kälte ein so potenter Faktor für das Immunsystem, vor allem auch bei Schmerzen. Bei rheumatoiden Erkrankungen beispielsweise konnten Kältebehandlungen bereits gut dokumentierte Erfolge erzielen (Kryotherapie in speziellen Kältekammern). Aber auch bei stumpfen Verletzungen der Muskulatur, Gelenksschwellungen und Tendopathien (Sehnenscheidenentzündungen) sieht die Medizin heute adäquate Anwendungsbereiche. Kälte reguliert generell ein zu aktives Immunsystem (chronische Entzündungsreaktionen) und erhöht die Anzahl weißer Blutkörperchen, welche Bakterien und Viren bekämpfen. Du wirst durch regelmäßige Kälteanwendungen also auch seltener krank.

4. Besserer Muskelaufbau, schnellere Regeneration

Friert der Muskel, wird vom Muskelgewebe vermehrt das Hormon Irisin ausgeschüttet. Das passiert auch während einem intensiven Training, bei kalter Thermogenese (intensiven Kältereizen) jedoch 4-5 mal schneller. Irisin hat einen positiven Einfluss auf das Wachstumshormon IGF-1 (beteiligt am Muskelaufbau), senkt das Protein Myostatin (welches normalerweise das Muskelwachstum begrenzt) und fördert die Ausschüttung des Proteins PCG-1α4, welches IGF-1 beim Muskelaufbau unterstützt. Yes!!! 🙂

Kälte verbessert also die Muskelkapazität, insbesondere auch die des Herzmuskels. Zudem unterstützt Kälte den Körper dabei, Blutzucker in die Muskelzellen zu bringen (siehe auch „Schutz vor Diabetes“), also die Glukosespeicher wieder aufzufüllen, und Abbauprodukte, die der Muskel während des Trainings bildet, werden durch die gute Durchblutung nach der Kälte schneller abtransportiert und lagern sich nicht ab. All das verkürzt deine Regenerationszeit nach dem Sport.

5. Hilfe bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Kälteexposition kann die kardiovaskuläre Gesundheit verbessern, da das Peptidhormon Adiponektin ausgeschüttet wird. Adiponektin wird in den Fettzellen gebildet und derzeit neben seiner hunger- und insulinregulierenden Wirkung auch als mögliches Heilmittel für Herz-Kreislauf-Erkrankungen diskutiert. Testpersonen reagierten auf Injektionen mit entspannten Blutgefäßen und verringerten Herz-Kreislauf-Entzündungen. Aufgrund der bislang unsicheren Datenlage raten Ärzte jedoch zur Vorsicht bei folgenden Beschwerden: Unbehandeltem Bluthochdruck mit Werten über 160/90 mmHg, Herzinfarkt der weniger als ein halbes Jahr zurück liegt, peripheren Durchblutungsstörungen (pAVK), Instabiler Angina Pectoris, Herzschrittmacher, abgelaufener Venenthrombose oder akuter Venenentzündung.

Im Allgemeinen ist Kälte jedoch positiv zu bewerten. Selbst in der Krebsbehandlung ist Adiponektin von Bedeutung, weil es am programmierten Zelltod von alten und kranken Zellen (z.B. Krebszellen) beteiligt ist. Zusätzlich hilft Adiponektin bei der Fettverbrennung – ein sehr mächtiges und vielseitiges Hormon also, das man durch Kälteanwendungen um jeden Preis kultivieren sollte. 😉

6. Energieboost

Wer morgens schon einmal kalt geduscht hat, kennt den Kick und den Energieschub, den man davon bekommt. Kälte bringt nämlich augenblicklich mehr Sauerstoff in deine Zellen. Beim „Schock“ durch das kalte Wasser spannen wir den Bauch an und holen tief Luft, danach atmen wir schnell und kurz. Dieser Kältereflex passiert automatisch und hat den Zweck, die Sauerstoffkonzentration im Blut zu erhöhen, damit der Körper mehr Energie geliefert bekommt, um den Temperaturabfall auszugleichen. Dazu kommen Endorphine und Dopamin, beides Glückhormone, die sofort unsere Wachheit und Konzentration steigern und die Stimmung aufhellen. Auch der Testosteronspiegel wird so auf natürliche Weise angekurbelt.

Ist die Körpertemperatur in Gefahr (Kältebad, kaltes Duschen usw.), beginnt außerdem ein Hypothalamus-Schilddrüsen-Regelkreis. Sagen die Hautnerven „zu kalt“, produziert der Hypothalamus TRH (Thyreotropin-Releasing Hormon). Dieses regt die Hypophyse zur Produktion von TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) an, welches wiederum die Schilddrüse anregt T3 und T4 zu produzieren. Diese regen nun den Stoffwechsel in den Zellen an. Kälte hat also auch einen wichtigen Einfluss auf die Bildung von Schilddrüsenhormonen und überhaupt auf die Funktion der Schilddrüse – unser „Finanzminister“, der die Währung „Energie“ im Körper bedarfsgerecht verteilt.

Kältetherapie hat ähnliche Effekte wie Sport

Ehrlich, als ich diese ganzen Infos gelernt habe, war ich erst mal baff. Kälte scheint tatsächlich wie körperliches Training zu wirken. Frost stimuliert hormonelle Abläufe auf ähnliche Weise wie Muskeltraining und kann daher gesundheitlich einen vergleichbar vielseitigen Nutzen bringen. Kältetraining verstärkt dabei die Effekte von Muskeltraining und umgekehrt. Das gibt den mausgrauen Wiener Wintertagen eine völlig neue Perspektive! 🙂

Fitnessbloggerin Bernadette Hörner springt im T-Shirt im Winter auf einer Wiese (Erholungsgebiet Wien Simmering)

Wenn Kälte nur nicht so unangenehm wäre! Ich kann dich aber beruhigen. Wie bei Sport gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift. Sport ist ja auf zellulärer Ebene ein Stressreiz, den wir bewusst setzen, damit der Körper beim nächsten Mal widerstandsfähiger wird. Die Muskeln werden dicker und auch Krankheitserreger treffen danach auf eine stämmige Defense Line. Übertreibt man Sport, schwächt man hingegen das Immunsystem und wir werden ständig krank (Übertraining).

Genauso verhält es sich mit Kälte. Auch hier gilt das Hormesis-Prinzip: Was uns schaden könnte macht uns stärker, solange es nicht in zu hohen Dosen daherkommt. Kälte ist oxidativer Stress, der im Übermaß, wenn die Körpertemperatur also zu weit absinkt, das Immunsystem runterfährt und Krankheitserreger Haus und Hof öffnet. Wir Österreicher „verkühlen“ uns, Deutsche „erkälten“ sich, das Prinzip ist das gleiche: Zu viel des Guten, hust, schnupf.

Es ist daher wichtig, den Körper Schritt für Schritt an Kältereize zu gewöhnen. Und der Anfang ist gar nicht so schmerzhaft, wie du jetzt vielleicht befürchtest. 😉

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Wie du Kälte-Thermogenese mit einfachen Methoden in deinem Alltag umsetzt

Kaltes Wasser trinken

Die wohl harmloseste Methode, deine Körpertemperatur kurzfristig um ein paar Mikrograde zu senken, ist ein kaltes Getränk. Wenn du zu jenen Menschen gehörst, die ihr Gesicht an winterlichen Fernsehabenden gerne in einer Box Vanilleeis versenken, kennst du den Effekt wahrscheinlich. Abgesehen von der Kalorienzahl, die du dabei lieber verdrängst, ist dir danach saukalt. Ein Glas kaltes Wasser oder Tee mit Eiswürfeln hätte denselben Effekt, nur ein bisschen zuckerfreier. Diese gesunde zweite Variante kannst du auch im Winter regelmäßig praktizieren.

Gesichtsbäder

Fülle eine Schüssel mit etwa 20° kaltem Wasser. Tauche dein Gesicht mehrmals ein, solange, wie du die Luft anhalten kannst. 20° entspricht einem kühlen See im Sommer und ist für unser 36° warmes System schon eine Unannehmlichkeit. Wenn 20° problemlos klappen, kippe das nächste Mal ein paar Eiswürfel in die Schüssel und reduziere die Temperatur so auf bis zu 10°. Kälter solltest du das Wasser nicht machen. Das hat durchaus auch Beauty-Effekte. In den meisten Fällen verbessert sich das Hautbild, die Augen werden klarer, Tränensäcke und Schlupflieder schrumpfen.

Kneippkuren

Was im Gesicht funktioniert, kannst du problemlos auf weitere Körperpartien ausweiten. Beim Kneippen, oft belächelt als Kur-Praktik der 80-Plus-Klientel, werden die Extremitäten jeweils bis zum zweiten großen Gelenk in sehr kaltes Wasser getaucht. Die Beine versinken also bis zum Kniegelenk, die Arme bis zu den Ellenbogen in gletschertemperiertem Nass. Das hat den Vorteil, dass die empfindliche Herz- und Bauchregion ausgespart wird und damit auch Herz-Patienten ohne Risiko in den Genuss der göttlichen Kälte kommen.

Ich mache kneippen übrigens auch gerne, wenns mal nicht so hardcore sein soll. Einfach nach der Sauna die Dusche auf eiskalt drehen und damit lediglich Beine und Arme abspülen. Geht auch bis zu den Schultern bzw. der Hüfte, und natürlich auch im Wechselmodus warm/kalt/warm/kalt.

Kalt duschen

Hier machen wir bereits erste Bekanntschaft mit der Zone außerhalb des flauschumhüllten Komfortbereichs. Der ganze Körper muss dran glauben, keine Gnade. Aber es gibt auch hier die Warmduscher-Variante, die in diesem Fall der völlig legitime Einstieg in den verheißungsvollen Endorphin-Rausch ist.

Du steigst in die Dusche und duscht nach Herzenslust, bis das Badezimmer zur Dampfkammer wird. Zum Abschluss drehst du das Wasser Schritt für Schritt kälter – also runterdrehen, abduschen, weiter runterdrehen, abduschen usw. – bis das Wasser etwa 20° hat. Das ist schon ordentlich, glaub mir. Aber nach der Warmwassersession ist das alles halb so schlimm und du steigst erfrischt aus der Wanne. Willst du es wissen, kannst du die Warmwasserphase sukzessive verkürzen, bis du sie komplett weglässt, und die 20° immer weiter unterbieten. Viel Spaß! 😉

Wohnungstemperatur runterregeln

Es muss nicht immer die eiskalte Ohrfeige sein. Auch moderate Kälteexposition bei 14-17° liefert mitochondriale Wärme und stimuliert das Wachstum von braunem Fettgewebe ohne „Kältezittern“. Gut untersuchte Effekte haben beispielsweise Schlafräume, die auf 16-18° beheizt werden. Vor dem Schlafengehen nochmal kräftig lüften, dann die Fenster zu und Heizung abdrehen. Das war für mich als Kind immer die Hölle, wenn ich bei meiner Oma übernachtet habe!

Viele Leute kommen damit gut zurecht, ich bekomme unter 20° immer eine empfindlich kalte Nase und Ohren, was mich echt nervig am durchschlafen hindert. Daher habe ich diese Variante für mich ausgeschlossen. Die Wohnungstemperatur sollte jedoch grundsätzlich nicht mehr als 22° betragen.

Mit dünner Kleidung raus

Das ist wieder ein Tipp mit Funfaktor. Generell solltest du im Winter möglichst oft an die frische Luft. Wenn du bei vorbildlich verpackten Erwachsenen Eindruck schinden willst, ziehst du beim Sonntagsspaziergang einfach kurz Jacke und Schuhe aus und läufst ein paar Runden barfuß durch den Park. Weil warum nicht? Wohnst du am Land, kannst du das auch unauffälliger im eigenen Garten praktizieren. Nach dem Aufstehen eine Runde im Pyjama durch den Schnee. Das habe ich als Kind in unserem Winterferienhaus immer gemacht und hatte mit meinem Bruder bei der Wette „wer schaffts länger…“ einen Haidenspaß.

Hier geht es back to the roots. Natur und Kälte spüren erheitert nicht nur Kids! Letztens habe ich z.B. versucht, meinen Salat bei 1° am Balkon zu essen – in sommerlicher Sportkleidung. So schnell war die Schüssel natürlich noch nie leer, aber ich habe die rund 5 min gut überstanden. Deiner Fantasie sind bei Kälte-Challenges wirklich keine Grenzen gesetzt.

Kühlpacks auflegen

Vielleicht entwickelst du bei all dem bloßfüßigen Schneespaß Lust auf mehr? Der Weg in die Riege der eingefleischten Polar-Liebhaber steht jedem offen, der die nötigen Cochones dafür hat. 😉 Ich gebe gleich offen zu, dass ich mich in den weiter oben beschriebenen Kälte-Sphären bewege. Aber ich möchte dir die Strongman-Varianten nicht vorenthalten. Für den Einstieg legst du dir mehrere Kühlpacks auf den Körper (mit Stoffunterlage, damit die Haut nicht anfriert) und siehst, wie lange du es durchhältst.

Stufe 2: Trage Kompressions-Kleidung und lege dich unter mehrere Säcke gefüllt mit Crushed Ice oder Schnee. Diese Praxis führt dazu, dass der Körper zu zittern beginnt, was zu erhöhter Kalorienverbrennung führt. Beginne mit kurzen Sitzungen und steigere die Dauer. Oft wird man unter dem Eis auch müde. Das ist eine normale und gute Reaktion des Körpers, denn das Gehirn leitet eine Art Winterschlaf ein.

Eisbäder

Die Königsdisziplin für Thermogenese-Freaks. Sich ein Loch in gefrorene Gewässer hauen und dann für etliche Minuten darin zu verschwinden, braucht schon krassen Willen und eisernes Training. Seit der Niederländer Wim Hof mit halbnackten Joggingtouren durch die Antarktis Schlagzeilen machte, praktizieren immer mehr Fans seine „Iceman-Methode“.

Dabei bereitet man den Körper mit speziellen Atemübungen und Meditation auf den bevorstehenden Kälteschock vor. Eine mit Wasser und Eiswürfeln gefüllte Regentonne tut’s bei seinen Ausbildungen dafür auch. Der Erfolg scheint Wim Recht zu geben, denn bislang hat er jedes seiner Abenteuer heil überstanden und ist ganz nebenbei seit Jahren nicht mehr krank gewesen. Behauptet er zumindest. Untermauern würde das die Thesen zur Verbesserung des Immunsystems jedenfalls.

Fitness Trainerin Bernadette Hörner beim winterlichen Outdoor-Yoga im Schneidersitz

Wieviel Kälte ist gesund?

Mit Kälte arbeiten bedeutet nicht, dass du im Winter plötzlich nur mehr in Short und T-Shirt herumläufst oder keine Wärme mehr genießen darfst. Mit einer heißen Tasse Tee, einer Kuscheldecke oder bei einem Sauna- und Thermenbesuch darfst du dich weiterhin glückselig in Wärme einigeln. Aber zumindest 1x täglich solltest du deinen Körper kurz Kälte spüren lassen. Umso mehr Haut exponiert ist, umso intensiver die Kälte, umso effizienter. Die Dauer des Kälteschocks entscheidet immer dein Körper. Der meldet sehr zuverlässig, wie lange es gut tut. Du wirst wahrscheinlich überrascht sein, wie gut du Kälte selbst beim ersten Mal standhalten kannst, sobald du dich aufraffst und eine der oben genannten Kältemethoden einmal ausprobierst.

Ich habe heuer im September begonnen, mich durch kalte Duschen mit Kälte anzufreunden. Es klappt ganz gut, und umso regelmäßiger ich kurze Kältesessions im Alltag einschiebe, umso leichter überstehe ich es. Es ist schon ziemlich beeindruckend, wozu der Körper imstande ist, selbst meiner mit Hashimoto. Meine Haut fühlt sich fester an und die Muskeln sind nach einer kalten Dusche stahlhart. Danach könnte ich locker 20min nackt durch die Wohnung laufen, ohne, dass mir irgendwie kalt wäre. Und ich fühle mich total wach und konzentriert.

Kälte ist ein alter Reiz, mit dem der Körper gut umgehen kann

Kälte sollte eigentlich JEDER in sein Leben integrieren. Es gibt kaum Kontraindikation (außer natürlich akute Herz-Kreislauf-Beschwerden, grippale Infekte udgl.), und wie mit Sport kann man damit ungefähr jede Zivilisations-Krankheit lindern oder sie gar nicht erst aufkommen lassen. Denn Kälte ist ein evolutionär alter Reiz, mit dem der Körper über Millionen Jahre bestens umzugehen gelernt hat. Mehr noch, der Körper benötig diese Herausforderungen regelmäßig, damit bestimmte Reparatur-, Regenerations- und Abwehrmechanismen stimuliert werden. Als Feuerwehrübung sozusagen.

Also ab unter die kalte Dusche und barfuß raus in den Schnee! Und erzähle mir doch, wie es für dich war. Ich bin überzeugt, dass auch du das Zeug zur Icewoman / zum Iceman hast und so wieder ein Stück winterliche Gelassenheit, Quietschefreude und Naturverbundenheit in die Adventszeit bringst. 🙂

Wirf doch einen Blick auf die weiteren spannenden Themen unseres Blogger-Adventskalenders!

Grafik Fitnessblogger Adventskalender 2018

Fitmelicious: Melanie verrät seit 2. Dezember, wie du fit und ohne Extra-Kilos durch den Advent kommst. Da sind ein paar wirklich praxisnahe Tipps dabei, die Melanie als Ernährungsexpertin und Mama selbst erprobt hat.

Placevaventura: Bei Eva geht es seit 6. Dezember heiß her! Es dreht sich alles um Hot Sculpt Yoga und wissenswerte Hintergründe. Obendrauf wartet ein attraktiver Preis auf dich, den du noch bis zum 16. Dezember 2018 (23:59 Uhr) mit etwas Glück abstauben kannst!

Secret Garden Fitness: Am 9. Dezember hat euch Lela etwas über den wahren Kern der ganzen Weihnachtssache erzählt. Einerseits, warum sie kein Fan von adventlichem Konsumwahn ist, andererseits, wie du mit ihrem exklusiven Core-Workout die Weihnachtskekse doch noch abtrainieren kannst. Yes!!

Sportblog: Heute kommt die Kälte ins Spiel! Wenn du meinen Beitrag bis hier aufmerksam gelesen hast, weißt du, dass regelmäßige Kältereize den lästigen Winterspeck und noch so einige andere Nervigkeiten vertreiben. Möchtest obendrein erfahren, wie du dich mit wärmender TCM-Küche frosttauglicher machst, dann melde dich gleich unterhalb für mein Gewinnspiel an!

Mafambani: Melanie setzt auf nachhaltige Besinnlichkeit. Am 16. Dezember verrät sie ihre persönlichen Tricks und Rituale für kleine Auszeiten! Dazu gibt’s auch bei ihr das passende Geschenk für Weihnachten. Wenn du bis jetzt noch im Shoppingwahnsinn feststeckst, wird’s Zeit dort vorbeizuschauen.

Fitfunfruits: Am 20. Dezember zeigt dir Melanie 3 winterliche Sportarten. Du hast im Winter keine Motivation für Sport? Dann lies dir diesen Beitrag besonders gut durch. Da heißt es dann definitiv, goodbye excuses!

Gewinnspiel

So. Und wenn du jetzt so richtig Lust bekommen hast, dich augenblicklich in die winterliche Kälte zu stürzen, habe ich noch ein hilfreiches Geschenk für dich!

Ich verlose 1 Exemplar des TCM Koch-Booklets „Elementares Kochen – die 5 Elemente Kochschule. Das Wasserelement

Booklet: Elementares Kochen – die 5 Elemente Kochschule. Das Wasserelement

Die österreichischen Shiatsu-Experten Mike Mandl und Manuela Taudes haben 2018 ein handliches Booklet herausgegeben, indem sie die Grundlagen der richtigen Ernährung in der kalten Jahreszeit nach TCM vermitteln. Die traditionelle chinesische Medizin geht seit jeher davon aus, dass der Körper im Winter andere energetische Bedürfnisse hat als in wärmeren Jahreszeiten. Der Winter ist die Zeit des großen Wasserelements, der Kälte, der Finsternis und jene Phase im Jahreszyklus, die uns am meisten Energie raubt.

In diesem kompakten 70 Seiten-Büchlein lernst du, wie du durch die Auswahl der richtigen Nahrungsmittel und entsprechend „wärmenden“ Zubereitungsarten Energie aufbauen und erhalten kannst, um der Kälte möglichst stark gegenüber zu treten. Inklusive 25 einfachen, aber wirkungsvollen Rezepten sowie übersichtlichen Tabellen und Wirkungshinweisen.

Was musst du tun, um zu gewinnen?

  1. Kommentiere hier unter dem Blogbeitrag, oder unter dem Facebook-Posting zum Beitrag und verrate mir: Warum hast gerade du ein kulinarisches Frost-Tuning derzeit besonders nötig?
  2. Folge Sportblog.cc auf Facebook!

Teilnahmebedingungen:

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel akzeptierst du die Teilnahmebedingungen und die Datenschutzerklärung von www.sportblog.cc.

  • Das Gewinnspiel endet am 22. Dezember 2018 um 23:59 Uhr.
  • Der Gewinner wird am 23. Dezember 2018 ermittelt und per Email und/ oder Privatnachricht auf Facebook kontaktiert. Meldet sich der Gewinner nicht innerhalb von drei Tagen ab Kontaktaufnahme, erlischt der Anspruch auf den Gewinn und ein neuer Gewinner wird ermittelt.
  • Der Preis wird an die angegebene Adresse des Gewinners per Post versendet.
  • Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in Österreich, Deutschland und der Schweiz.
  • Die Teilnahme am Gewinnspiel ist möglich ab dem vollständig erreichten 18. Lebensjahr.
  • Die von dir angegebenen Daten werden nur für das Gewinnspiel verwendet, nicht an Dritte weitergegeben und unterliegen den Datenschutzbestimmungen von www.sportblog.cc
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es ist keine Barablöse möglich.

Ich wünsche dir ein wunderschönes, entspanntes Weihnachtsfest und viel Energie und Gesundheit im kommenden Jahr!

Alles Liebe,
Bernadette ♥

2019-02-22T18:47:42+01:00Tags: , , |

2 Comments

  1. Bernadette Hörner 28. Februar 2019 um 18:35 Uhr- Antworten

    Update: Weil ich so lange mit Mandelentzündung gekämpft habe, habe ich die Kältetherapie heuer nur bis Mitte Jänner brav durchgezogen. Mit akuten Halsschmerzen wollte ich mich dann nicht überfordern. Aber im kommenden Jahr starte ich fix früh genug mit der Kälte-Akklimatisation, nämlich ab September!!

  2. Golfwagen Mieten 19. November 2019 um 13:09 Uhr- Antworten

    Stimmt! Besonders der Energieschub. Ich liebe ein Golfspiel im Winter! In einem Golfcaddy herumfahren und einen Ball schlagen! Ich liebe es!

Schreib mir deine Meinung!