Und auf geht’s in den olympischen Wahnsinn

Sports News - February 11, 2010

Ab morgen ist es wiedermal so weit: Der olympische Zirkus öffnet seine Pforten und liefert uns 2 Wochen lang den (winter)sportlichen Overkill.

Für alle Junkies, die sich noch ihre persönlichen Fernseh-Zeitpläne erstellen wollen, gibt es hier erstmal den kompletten Veranstaltungsplan.

Bevor wir uns aber in prickelnder Vorfreude suhlen, möchte ich die Gelegenheit nutzen um auch mal die Schattenseiten der olympischen Maschinerie ein wenig in den Vordergrund zu rücken.

Am besten überlasse ich das Eröffnungsstatement den Leuten von no2010.com. Die haben dazu auch ein recht unterhaltsames Video erstellt:

Resist 2010: Eight Reasons to Oppose the 2010 Winter Olympics. (HIGH RES) from BurningFist Media on Vimeo.

Ich persönlich würde zwar nicht so weit gehen den Boykott der olympischen Spiele zu fordern, da die Grundidee ansich ja löblich ist. Man kann aber ganz sicher nicht abstreiten, dass sich die Spiele in den letzten Jahrzehnten zu einer Art Dampfwalze entwickelt haben, die alle 2 Jahre einfach gnadenlos über irgendeine große Stadt dieser Erde hinwegrollt und meistens nur verbrannte Erde in Form von Schulden bzw. ungenutzt bleibenden Stadien und anderen Bauten hinterlässt.

Auch die z.B. in Peking 2008 besonders oft zitierte “integrative Wirkung” der Spiele, die Kontinente und Länder durch den Sport zusammenschweißen und kulturelle Barrieren beseitigen soll, stellt sich im Nachhinein immer nur als dekorativer Vorwand heraus, um die Spiele auch mal an Regime zu vergeben, die international normalerweise mit Sanktionen belegt werden müssten … aber natürlich nur sofern sie auch das beste Angebot machen.

Es sollte einfach viel mehr um den Sport und weniger um das Geld gehen. Das würde schon damit anfagen, dass Spiele nicht mehr an Orte vergeben werden, die dafür die ganze Infrastruktur innerhlab weniger Jahre komplett aus dem Boden stampfen müssen. Genau das führt nämlich dazu, dass für die Region absolut überdimensionierte Bauten entstehen, für die sich dann niemand mehr die Erhaltungskosten leisten will.

Genauso ist es doch auch pervers, dass für eine völkerverbindende und weltverbessernde Veranstaltung wie die olympischen Spiele die TV-Rechte für mehrstellige Millionenbeträge verkauft werden. Wenn das ganze schon so eine wohltätige Veranstaltung sein soll, dann wäre es doch das mindeste sie für wirklich alle zugänglich zu machen.

Solange das IOC aber zu einem großen Teil aus geldgierigen und machthungrigen “Politikern” besteht, die sich aufführen als hätten sie die privilegierte Position der Welt alle 2 Jahre den heiligen Gral zu verkaufen, wird sich an dieser eingefahrenen Vorgehensweise nichts ändern. Alle Länder und Austragungsorte, die sich um den Zuschlag von Spielen reißen und damit den Stein im Rollen halten, tragen natürlich genauso wenig zu einem Umdenken bei.

Freuen wir uns also auf eine weitere Episode des zweiwöchigen olympischen Zaubers, bei dem der Hauptakt eigentlich schon wieder vorbei ist: Die Vergabe der dicken Aufträge …

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Autor: doxidox
Datum: Donnerstag, 11. Februar 2010 21:07
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