Einen Spitzensportler zeugen Sie am besten im Jänner
Es nützt Ihnen gar nichts, bei der schönsten Sache der Welt spezielle Socken anzuziehen oder irgendwelche bestimmten körperlichen Verrenkungen durchzuführen – einen Spitzensportler zeugen sie am sichersten im Jänner – zumindest in Europa. Warum das so ist, beweist uns nun eine Studie sehr anschaulich. Was vorerst einmal etwas unglaubwürdig klingt, wird bei näherer Betrachtungsweise aber auch für den Laien aus eigener Erfahrung ziemlich verständlich.
Vorerst aber mal zu den statistischen Fakten:
Das Monat, in dem ein Kind geboren wird, beeinflusst seine Chancen, später ein professioneller Sportler zu werden. Zu diesem Schluss kommen australische Forscher von der Queensland University http://www.uq.edu.au .
Für die Studie werteten Forscher die Geburtsdaten der Australischen Football-Liga (AFL) aus. Es zeigte sich, dass verhältnismäßig viele der professionellen Spieler in den ersten Monaten des Jahres geboren waren – im Januar lag der Anteil um ein Drittel über der zu erwartenden Zahl. Wenige der Sportler feierten hingegen in den letzten Jahresmonaten Geburtstag, besonders im Dezember, wo die Zahl ein Viertel unter dem Schnitt lag.
Erklärbar sei dies durch den Einschulungstermin, denn in Australien beginnt das Schuljahr im Januar. “Größere Kinder haben einen deutlichen Vorteil im AFL-Football. Wer im Januar geboren ist, hat fast zwölf Monate Vorsprung gegenüber am Jahresende geborenen Klassenkameraden. Es macht somit einen großen Unterschied, ob jemand am 31. Dezember oder am 1. Jänner geboren wird”, so der Studienleiter. Studien aus anderen Ländern hätten diese Rolle des Einschulungstermins bestätigt, egal ob die Suche bei professionellen Eishockey-, Fußball-, Volleyball- oder Basketballspielern erfolgt sei.
Das überall übliche Förderungssystem benachteiligt dabei die Jüngeren wesentlich. Die Jännerkinder sind von Natur aus bereits etwas kräftiger entwickelt und fallen daher in den verschiedenen Sportarten auch mehr auf – dadurch erhalten sie gezielte Förderung und vergrößern ihren Vorsprung nochmals gegenüber den später Geborenen (wie auch schon in diesem Artikel beschrieben).
Die Einteilung der Zugehörigkeit zu Sportgruppen nach dem individuellen, biologischen Alter wäre ein möglicher Lösungsansatz, der jedoch in der laufenden Schulpraxis organisatorisch nicht durchführbar ist. Etwas leichter wäre das aber bereits bei sportlichen Neigungsgruppen zu realisieren, da diese ja bereits außerhalb des allgemeinen Schulbetriebes stattfinden und somit keine Rücksicht mehr auf die Klassenzugehörigkeit der Kinder genommen werden muss.
Was heißt das für uns in der Praxis?
Erstens hab ich jetzt die Erklärung dafür, warum meine Karriere als natürlich sehr talentierter Kicker ziemlich farblos in der niederösterreichischen Landesliga verblasst ist – ich war als Klassenjüngster natürlich immer krass benachteiligt!
Zweitens bedeutet das, dass sie im Jänner den Fernseher abgedreht lassen und der Familienplanung in diesem Monat oberste Priorität zuordnen sollten – natürlich nur, wenn Sie einen kleinen “Herminator” oder eine neue “Speedqueen” zeugen möchten. Denn als Oktober-Kind hat Ihr Sprössling die besten Voraussetzungen, im in Europa meist im September beginnenden Schuljahr den jüngeren Kollegen gleich zu zeigen, wo der sportliche Hammer hängt.
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