Money, Money, MONEY!!

Men's Ski Jumping Individual 134M Hill -  FIS Nordic World Ski Championships 2009

Gründe bzw. Motivationen um Sport zu machen gibt es ja bekanntlich viele. Ob diese gut oder verständlich sind liegt meistens im Auge des Betrachters. In diesem Sinne kann ich es persönlich überhaupt nicht nachvollziehen, wenn Sportler dank ihrer Erfolge sowieso schon ziemlich gut verdienen und trotzdem noch um Preisgelder streiten, so wie es derzeit im Skispringen der Fall ist.

Auslöser für die Proteste der Top-Springer ist die seit dieser Saison eingeführte Umverteilung der Preisgelder. Bisher wurde der gesamte Topf von 70 000 Schweizer Franken pro Springen immer an die besten 10 Athleten verteilt, seit dieser Saison wird das Geld aber an die besten 30 Springer ausgeschüttet. Das bedeutet für die Besten natürlich eine deutliche Einbuße – sie bekommen nur mehr ca. 1/3 der bisherigen Verdienste durch Preisgelder.

Die Idee hinter dieser neuen Regelung ist nicht so erfolgreiche Nationen bzw. Springer finanziell besser zu unterstützen. Diese gingen bisher bei den meisten Springen komplett leer aus, nach der Umverteilung kommt man wesentlich leichter an ein wenig Preisgeld.

Dass sich die Top-Springer (besonders aus Österreich und der Schweiz) über diese Regelung beschweren ist insofern verständlich, da es niemand gerne hat wenn man ihm etwas wegnimmt, was man bisher immer hatte bzw. genießen konnte.

Trotzdem stellt sich für mich sofort die Frage warum diese Athleten überhaupt ihren Sport ausüben. Normalerweise würde man annehmen, dass die Liebe bzw. Leidenschaft für den Sport im Vordergrund steht und der finanzielle Gewinn eher eine willkommene Nebensache darstellt.

Wenn man jetzt also immer noch knappe 7000 € (statt bisher ca. 20 000 €) für einen Sieg einstreichen kann und zusätzlich noch wesentlich höher dotierte Verträge mit Ausrüstern und Sponsoren hat, dann braucht man sich meiner Meinung nach nicht wirklich über seine finanzielle Lage beschweren. Schließlich gibt es genug Leute, die in ihrem Job nur einen kleinen Teil dieser Summen im Monat verdienen.

Natürlich muss man berücksichtigen dass Skispringer ein wesentlich höheres Berufsrisiko haben und die sportliche Karriere meistens auf relativ wenige Jahre beschränkt ist, trotzdem bin ich der Meinung dass man noch immer sehr gut verdienen kann.

Jetzt gibt es aber auch eine Menge an Sportarten die nicht so bekannt oder medienpräsent wie Skispringen sind. Dort wird genauso hart trainiert und die Aktiven haben teilweise dieselbe oder eine höhere körperliche Beanspruchung als Skispringer. Der Unterschied ist nur, dass die Athleten dieser Randsportarten unter Umständen keinen Cent mit ihrem Sport verdienen, teilweise sogar Kosten für Reisen und Ausrüstung selber tragen und nebenbei noch einen normalen Job ausüben müssen.

Diese Leute treibt letztendlich nur die Liebe zum Sport bzw. der Reiz des Austestens der persönlichen Grenzen an. Hier würde sich bestimmt niemand über eine Siegprämie von 7000 € beschweren.

Und genau wie den Athleten der Randsportarten ging es bisher all den Skispringern, die nicht regelmäßig unter die Top 10 springen konnten. Sie haben das Training und die Strapazen auf sich genommen, weil ihnen das Ganze unterm Strich Spaß gemacht hat, also einfach weil sie es wollten. Jetzt haben sie endlich die Möglichkeit zumindest eine Kleinigkeit mit ihrer Leidenschaft zu verdienen.

Unter diesen Gesichtspunkten erscheint mir persönlich die Beschwerde der Top-Springer über ihre „Gehaltskürzung“ absolut lächerlich. Und wenn ein Simon Ammann dann meint dass 7000 € „ … ziemlich wenig ist für die Show, die wir bieten“, dann kann ich nur sagen:

Die Show besteht nicht darin ein paar Meter weiter zu springen als alle anderen, die Show besteht darin überhaupt zu springen. Denn würden alle derzeitigen Stars einfach nicht mehr teilnehmen, würde das Gesamtniveau vielleicht sinken, aber trotzdem gäbe es jemanden der am weitesten springt.

Wenn es den Top-Springern also so sehr ums Geld geht, dann sollten sie sich vielleicht ein Beispiel an Markus Rogan nehmen und sich zum Banker ausbilden lassen, denn in dieser Branche gibt es noch die richtig guten Bonuszahlungen.

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Autor: doxidox
Datum: Samstag, 2. Januar 2010 15:38
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Ein Kommentar

  1. 1

    Sport ist ja für viele nur ein ausfüllendes Hobby. Wenn man damit dann Geld verdienen kann ist das super. Jeder würde gern sein Hobby zum Beruf machen. Und das die sich dann beschweren das Sie zu wenig Geld bekommen, liegt in der Natur des Menschen… man kann wohl nie genug Geld haben :)

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