Tonis Zeit beim FC Bayern ist abgelaufen
Unter Louis van Gaal hatte es Luca Toni bekanntermaßen schwer: Kein Weltmeisertbonus, kein auf ihn zugeschnittenes System und vor allem keine Spielzeit. Sein einziges Tor während der Saison 2009/10 erzielte er im DFB-Pokal beim 4:0 über die Frankfurter Eintracht. Wobei wohl nur die wenigsten der Bayern-Fans geahnt haben, dass sie an diesem Oktobertag ein letztes Mal den legendären Ohrschrauber in Kombination mit der italienischen Rockhymne geboten bekommen würden.
Auch wenn noch nicht feststeht, wohin es Toni verschlagen wird, so ist doch sicher, dass seine Zeit bei Bayern mit dem Auslaufen letzten Sonntag Geschichte ist. Im Laufe der letzten Wochen kochten am Sportboulevard immer wieder Gerüchte hoch, welchen Verein Luca Toni zur Rückrunde hin verstärken würde. Berlin oder Stuttgart waren die genannten innerdeutschen Optionen, Moskau, Mailand und Rom die heißesten Gerüchte auf europäischer Ebene.
Der FC Bayern wäre bereit, seinen Sturmtank ablösenfrei ziehen zu lassen. Uli Hoeneß, spricht davon, „endlich Ruhe“ haben zu wollen und der neue Sportdirektor Nerlinger möchte dem „verdienten“ Spieler keine Steine in den Weg legen. Bei einem geschätzten Bruttogehalt von zehn Millionen jährlich wäre es aber auch betriebswirtschaftlich fahrlässig, an einem Spieler festzuhalten, der im System van Gaals keinerlei Rolle spielt.
Luca Toni kann sich bei einem anderen Verein mit Spielzeit und/oder Stammplatz wieder in die Nationalmannschaft spielen und sich somit für die Wetmeisterschaft in Südafrika empfehlen und die Bayern bringen Entspannung in ihr Mannschaftsgefüge und ihren Geldbeutel.
Welchen Fehler hat der 32-Jährige unter dem Tulpengeneral van Gaal begangen? Anfangs war er verletzt, später dann zu undisziplinert. Im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 wurde Toni letztmalig berücksichtigt und durfte gar von Beginn an spielen. Dass er nach seiner Auswechslung zur Pause das Stadion verließ, verzieh ihm sein Trainer jedoch nicht mehr. Luca ist nie durch großartige Defensivarbeit aufgefallen und seine addierten Laufwege über eine Saison hinweg ergeben wohl nicht einmal eine Halbmarathondistanz.
Jedoch verstand es Luca Toni wie wohl kein zweiter Spieler der Bundesliga, Defensivabteilungen gänzlich an sich zu binden und somit Räume für seine Mitspieler zu schaffen. Und 38 Tore über den Zeitraum von zwei Bundesligaspielzeiten hinweg gelten weithin als beste Referenz eines Stürmers.
Van Gaals Erfolgsserie mit dem Weiterkommen in der Champions League und der Stabilisation in der Bundesliga zum Ende der Hinrunde ist gleichzeitig auch das Ende des Luca Toni im Bayerntrikot. Ähnlich wie bei Elber und Maakay endet eine erfolgreiche Periode im Stillen. Der Trainingsauftakt am 3. Januar findet einfach ohne Toni statt.
Quirin Fritz schreibt für betfair.com
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