Verleiht Flügel?

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Die Firma Red Bull steht derzeit wiedermal im Rampenlicht, besonders in der Schweiz. Auslöser dafür war der Tod des bei Red Bull unter Vertrag stehenden Extremsportlers Ueli Gegenschatz, der bei einem Basejump in Zürich ums Leben kam. Von vielen Seiten wird nun dem Energydrink-Hersteller die Schuld an diesem Unfall zugeschoben und die ganze Marketing- und Sponsoringstrategie der Firma angeprangert. Kann man allerdings den Sponsor bzw. den Auftraggeber eines Extremsportlers für so einen tragischen Unfall verantwortlich machen?

Ueli Gegenschatz galt als einer der besten und erfahrensten Basejumper der Welt. Schon seit 1995 war er bei Red- Bull unter Vertrag und promotete die Marke weltweit. Auch bei dem Sprung in Zürich vom Sunrise-Tower handelte es sich um eine Werbeaktion seines Sponsors. Anfangs sah noch alles in Ordnung aus, der Schirm öffnete sich planmäßig. Vermutlich durch eine Windböe wurde Gegenschatz aber ein wenig verweht, kollidierte erst mit einem Vorsprung des Gebäudes und fiel danach unkontrolliert zu Boden.

Ein Video des Sturzes findet ihr hier (ans Ende der Seite scrollen)

Wer ist jetzt für diesen tragischen Unfall verantwortlich? Der Springer selbst, dessen Eigenverantwortung es schließlich ist ob er sich, trotz aller Vorbereitungen, letztendlich über die Kante stürzt, oder die Firma, die durch die Organisation dieses „Happenings“ den Sportler so stark unter Druck setzt, dass er selbst bei suboptimalen Bedingungen den gefährlichen Sprung wagt?

Generell lassen sich die Meinungen dazu wohl in diese zwei verschiedene Lager teilen. Die einen sagen, dass Gegenschatz ja aus freien Stücken das Risiko des Sprunges eingegangen ist und daher auch sonst niemand dafür verantwortlich gemacht werden kann.

Die anderen sagen, dass ohne Red Bull dieser Sprung vermutlich nie stattgefunden hätte, denn hätte Gegenschatz nicht den Druck seines Sponsors auf den Schultern gehabt, hätte er den Sprung wegen der windigen Bedingungen normalerweise gar nicht erst durchgeführt.

Im Endeffekt reduziert sich diese Thematik aber auf die klassische Frage: Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei? In diesem Fall eben: Wer war zuerst da, der Extremsportler oder sein Sponsor?

Ohne Zweifel hat es schon immer Extremsportler gegeben, die waghalsige Dinge tun, einfach weil sie diese tun wollen. Allerdings bieten Firmen wie Red Bull diesen Menschen nun die Möglichkeit, diese Adrenalin-Sucht zu ihrem Hauptberuf zu machen. Daran ist generell ja nichts auszusetzen, denn für wen wäre es nicht ein Traum sein größtes Hobby zum (lukrativen) Hauptberuf zu machen.

Allerdings stellt sich die Frage, inwieweit Sportler bereit sind über ihre Grenzen zu gehen, nur um diesen „Traum“ aufrecht zu erhalten? Denn ohne finanziellen und sozialen Anreiz (Prestige) gäbe es vermutlich wesentlich weniger und vor allem weniger aktive Extremsportler. Lebt man vom Risiko allerdings recht gut, dann ist man eben das ganze Jahr unterwegs um immer waghalsigere Dinge zu tun um den Sport und seinen persönlichen Sponsor weiterzubringen.

Im Fall Gegenschatz stellt sich also die Frage: Wäre er gesprungen wenn es für ihn um nichts gegangen wäre?

Demnach sollte man diese ganze Sache, wie fast immer im Leben, nicht nur in schwarz oder weiß sehen. Meiner Meinung nach fällt ein Teil der Schuld sicher Red Bull zu, falls in Zürich eine Situation geschaffen wurde die den Sportler dazu verleitet hat den Sprung trotz Warnzeichen durchzuziehen.

Letztendlich war es aber Gegenschatz selber der gesprungen ist. Selbst alle Publicity der Welt hätte ihn nicht dazu zwingen können das zu tun. Er hätte jederzeit die Möglichkeit gehabt die Aktion auf einen anderen Tag zu verschieben oder abzublasen. Er hat sich allerdings, aus welchen Gründen auch immer, anders entschieden.

Basejumping stellt im Extremsport nun mal leider die absolute Spitze dar. Kaum eine andere Sportart ist gefährlicher für die Gesundheit, wenn einmal ein Fehler passiert. Dem müssen bzw. sind sich alle Aktiven im Klaren. Und Fehler passieren nun mal hin und wieder.

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Autor: doxidox
Datum: Dienstag, 17. November 2009 23:57
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Ein Kommentar

  1. 1

    [...] des Herrn Mateschitz immer mit Vorsicht zu genießen ist (wie auch der aktuelle Beitrag Verleiht Flügel? zeigt). Aber immerhin hat Red Bull mit der neuen Zeitschrift „Red Bulletin“ ein erfolgreiches [...]

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