Mal richtig die Sau rauslassen

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In unserer modernen Zivilisation mangelt es uns offensichtlich an Herausforderungen, die uns an unsere körperlichen Grenzen bringen. Die Suche nach körperlichen Qualen und dem Glücksgefühl, wenn man diese überstanden hat, zeigt daher immer wieder interessante Auswüchse.

Der jüngste nennt sich Wildsau Dirt-Run. 10 km voller Schlamm, Hindernisse und nasser Wald- und Kletter-Passagen warteten bei diesem Extremlauf am 31. Oktober auf die Teilnehmer, und das bei Temperaturen um die 2°. Eure Debeanz war bei diesem dreckigen Spaß dabei ;-) – ein SPORTBLOG.CC Event-Bericht.

349 Teilnehmer versammelten sich am vergangenen Samstag, dem 31. Oktober 2009, nahe Altlengbach bei Wien bei frühmorgentlichen -2°, um sich den wahrscheinlich härtesten 10 km ihres Lebens zu stellen.

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Keiner wusste so recht was auf ihn zukam. Der gefrorene Reif und die nasse Kälte krochen bereits beim Anstellen um die Startnummer in die Zehen, rote Nasen und gefrorener Atem wo man hinsah. Nervöse Vorfreude mischte sich mit Verunsicherung, denn die letzte Info-Mail des Veranstalter-Teams versprach: alles was ihr anhabt wird nass.

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Nach dem Starschuss beherrschte  dann eigentlich nur mehr ein Gedanke die Wildsaubande: Nur nicht stehenbleiben, denn dann wird’s kalt.

Die Veranstalter hatten sich mit der wildsaugerechten Präparierung der Strecke sichtlich Mühe gegeben. Von Schlammgräben, Holz-, Reifen- und Seilhindernissen bis zu steilen Erdhängen und Bergauf-Kletterpassagen in einem Flußbett war alles dabei, was ein Wildsau-Herz begehrt.

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Gleich bei den ersten Hindernissen gings heftig zur Sache:  Robben durch knietiefen Sumpf.

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Nach dem Hindernisparcours galt es eine 4 km lange Waldstrecke zu überwinden. Aber auch die hatte es gehörig in sich: im Flußbett die “Hell’s Klamm” hochklettern, steile Erdhänge hinabrutschen und natürlich wieder jede Menge Schlamm und Matsch durchqueren.

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Etliche gaben schon nach der ersten Runde wegen Erschöpfung oder Verletzung auf – vor allem die anstrengenden Waldpassagen hatten wohl einige unterschätzt.

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Zu absolvieren waren allerdings 2 Runden. Nochmal durch den Hindernisparcours, nochmal das Flußbett hoch. Die Beine und die nasse Kleidung wurde immer schwerer – die Kommunikation unter den Teilnehmern aber immer lebhafter :-) . Gemeinsames Leid schweißt eben zusammen.

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Der Sieger, Andreas Stieglechner, schaffte die 10 km letztendlich in 1 Stunde und 44 Minuten. Respekt für diese Leistung.

Wie so oft bei solchen herausfordernden Events war die Damenwelt leider sehr unterrepräsentiert. Nur 24 weibliche Namen schafften es auf die Anmeldeliste. Die schnellste Wildsaudame des Tages hieß Barbara Tesar und kann auf die stolze Zeit von 2 Stunden und 21 Minuten verweisen.

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Sieger war an diesem Tag jedoch jeder, der die 10 km durchgestanden hatte. Die Strapazen und die Freude standen am Ende allen Teilnehmern ins Gesicht geschrieben (auch eurer Debeanz).

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Mit der Aussicht auf Glühwein, Lagerfeuer und heiße Duschen schafften es schließlich auch die letzten menschlichen Wildsäue ins Ziel.

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SPORTBLOG.CC Fazit: Alles in allem eine gelungene und herausfordernde Sportveranstaltung. Die Strecke war gut gekennzeichnet, die Rettung immer einsatzbereit (2 Verletzte Teilnehmer und ein unterkühlter Kameramann waren unseres Wissens nach zu versorgen). Einziges Manko aus Zuschauersicht war das Fehlen von beheizten Zelten, denn damit gestaltete sich das Stehen, Warten und Anfeuern für die “Fanclubs” der Läufer wahrscheinlich genauso kalt wie das Mitmachen. ;-)

Wir freuen uns aber trotzdem auf nächstes Jahr.

Weitere Berichte von Teilnehmern des Wildsau Dirt-Run 2009 findet Ihr bei The American Lady, Markus Stöger, Radhasen.com, X-Sport Kastellaun und im Forum der CaBaNauTen.

Und hier noch das Video vom Wildsau Dirt-Run 2009:


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Autor: debeanz
Datum: Sonntag, 8. November 2009 19:24
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