Warum Chicago Rio die Spiele geschenkt hat

Rio de Janeiro hat die olympischen Sommerspiele erstmals nach Südamerika geholt. Der große Rivale Chicago “enttäuschte” ein wenig und schied schon in der ersten Runde aus. Dadurch blieb der erwartete Zweikampf der Städte aus und für Rio war die Wahl ab diesem Zeitpunkt eigentlich schon gegessen. Hätte das IOC allerdings eine faire Wahl abgehalten, wäre Chicago vermutlich nicht als erste Stadt rausgeflogen.
Sieht man sich die Protokolle der einzelnen Wahlgänge an, so ist deutlich erkennbar warum die Wahl nach der ersten Runde eigentlich schon entschieden war. So gut wie alle Stimmen für Chicago aus der ersten Runde gingen ab diesem Zeitpunkt an Rio de Janeiro. Das macht ja auch irgendwie Sinn, denn scheidet einer der beiden Favoriten aus, wählt man eben den anderen.
Jetzt gibt es aber Statistiker die sagen, Chicago hätte eigentlich gar nicht ausscheiden dürfen. Nicht etwa weil die Wahl in irgendeiner Weise getürkt war, sondern weil Nordamerika, im Vergleich zu seinen Beiträgen zu den olympischen Spielen, viel zu wenige Repräsentanten im IOC hat.
Den äußerst interessanten und lesenswerten Artikel dazu findet ihr hier.
Kurz zusammengefasst wird beschrieben, dass vor allem Asien und Nordamerika im IOC deutlich unterrepräsentiert sind. Die Zahl der Sitze im IOC wurde dabei mit diversen anderen Dingen, wie zum Beispiel der Zahl der entsandten Sportler, der Zahl der gewonnenen Medaillen oder dem Anteil an Zahlungen für Fernsehrechte, verglichen.
Hätte Nordamerika also mehr Leute im IOC sitzen, wäre Chicago vermutlich nicht in der ersten Runde ausgeschieden, und die Chancen auf den Zuschlag wären dadurch drastisch gestiegen (da die Stimmen der ausgeschiedenen Städte ja unter den verbleibenden aufgeteilt werden).
Doch auch gegen dieses Wahlverfahren wird im oben genannten Artikel Kritik erhoben. Die Möglichkeit der Neuverteilung der Stimmen jede Runde fördere regelrecht das Schließen von Deals und Abmachungen. Ein einziger Wahldurchgang, bei dem die Stadt mit den meisten Stimmen gewinnt, wäre also mit Sicherheit die demokratischere Variante.
Blöd nur, dass das IOC niemals den Anspruch gestellt hat eine faire Repräsentation zu gewährleisten.
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Samstag, 3. Oktober 2009 18:01
Ich finde es gut das Olympia 2016 in Rio stattfinden soll. Mag das Wahlverfahren auch unfair sein.
Hätte Chicago den Zuschlag bekommen, dann gebe es sicher wieder Leute die von gekauften Spielen sprechen würden.
Samstag, 3. Oktober 2009 18:57
Mir persönlich ist es eigentlich relativ egal wo die Spiele stattfinden, ich finde es eher nur interessant wie (vermutlich) solche Entscheidungen zustande kommen.
Und wenn man ganz böse sein möchte, dann kann man sagen dass die Spiele sowieso immer gekauft sind, es gibt nur immer Bewerber die entweder mehr oder weniger dafür ausgeben möchten