Funktioniert Snowboarden auf Beton?

Diese essentielle Frage beschäftigte einige junge Amerikaner offenbar schwer, denn nur so lässt sich die neueste Funsport-Erfindung aus den USA einigermaßen plausibel erklären – das sogenannte „Flowboard“. Auch wir wollten dieser funsport-philosophischen Frage nachgehen und haben das Flowboard exklusiv getestet.
Das Flowboard verspricht ultimatives Carving- und Surf-Feeling, jedoch zur Abwechslung nicht auf Schnee oder Wellen, sondern auf urbanem Untergrund – nämlich auf Betonstraßen.
Die Konstruktion ist optisch höchst interessant und lässt vorfreudig Spektakuläres erwarten: Oben das Deck eines Skateboards, unten jedoch zweimal je 7 bogenförmig angeordnete „killer compound wheels“ (Zitat eines Online-Verkäufers), die eine Neigung des Boards beim Kurvenfahren um bis zu 45 Grad ermöglichen. Diese technische Raffinesse soll laut den Herstellern ausgehungerten Snowboard-Junkies auch im Sommer den ultimativen Carving-Kick bringen – downhill versteht sich.


Wir, die Sportblog Redakteure, mussten als alte Funsport-Fanatiker dieses Killergerät natürlich testen – und kamen zu dem einvernehmlichen Urteil: Gut.
Nachdem der skateboardtechnisch überaus versierte Verkäufer eines Skateboard-Shops auf unsere Anfrage nach einem Flowboard ein kaugummikauendes „Oida, wir san ein Skateboardshop“ rüberrotzte, überkamen uns schon erste Zweifel am Coolnessfaktor dieses Geräts. Wir haben uns dann 2 Modelle bei Amazon um je knapp 45 € bestellt, denn dem Versprechen der amerikanischen Händler „ships within 1 or 2 days“ wollten wir dann auch nicht mehr so recht Glauben schenken, und außerdem haben wir Studenten es ja nicht so mit dem Geld.
Amazon lieferte prompt und ich stand 2 Tage später schon auf meinem Flowboard. Der Coolnessfaktor war dann auch schnell wieder da, denn spätestens wenn man mit dem Board unterm Arm durch die Menschenmassen einer Einkaufsstraße geht, erntet man doch den einen oder anderen interessierten Blick.
Das Ding ist anfangs wackeliger als man denkt, aber nur solange man nicht fährt (ja, ich hab mich eben am Anfang nur draufgestellt – sorry). Bei durchschnittlichem Skateboardspeed bekommt man wirklich ziemlich enge Kurven hin, kann also extremer lenken als mit einem normalen Skateboard oder Snowboard. Man kann in den Kurven sehr gut Druck aufbauen, und als Carving-Pro ist man auch gleich verleitet am Ende der Kurve in eine ordentliche Hochentlastung zu gehen, sich also aus dem Druck der Kurve hochtreiben zu lassen.
Prinzipiell sind auch alle Tricks möglich, die mit einem Skateboard auch funktionieren (Flips, Drehungen, usw.), allerdings nur solange man Geschwindigkeit hat. Wem das ständige Antauchen zu blöd ist, der muss sich wohl oder übel eine Downhillstrecke am nächsten Kirchberg oder Ähnliches suchen – dann macht flowboarden aber definitiv Spass, weil’s einfach mal was ganz Anderes ist.
Einziges Manko: Nach den ersten Stunden des genüsslichen Ausreizens der Drifting-Phasen waren die Räder des Amazon-Boards schon beträchtlich abgefahren. Wer also in langlebigeren Flowspaß investieren möchte, dafür 100 € aufwärts locker auf der Kante hat und die Lieferzeit aus Amerika geduldsmäßig durchsteht, der sollte dann doch besser auf die “killer-compound-wheel”-Variante aus den USA zurückgreifen.
Unser abschließendes Fazit lautet also: Anschaffung flop, Handhabung ok und prinzipiell interessant, Carving-Feeling top.
Weitere Infos zum Flowboard: Artikel Sports-Insider, Quaterstreet Onlineshop
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Samstag, 7. November 2009 21:11
Irgend ne Ahnung wie sehr das verallgemeinerbar ist?
Weihnachtsmann Köln
Samstag, 7. November 2009 23:48
Auf was beziehst du dich da jetzt genau? Die Wheels haben bei den Pro-Boards aus Amerika sicher eine bessere Qualität, die verwenden bewährte Skateboard Marken. Aber ist dann eben auch preislich ein Unterschied.
Freitag, 8. Januar 2010 14:52
wow cool! das video macht einfach spaß!
Mittwoch, 14. Juli 2010 14:52
ja, das dürfte um einiges besser sein als skateboarden