Die mächtigsten Männer und Frauen der Welt …

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… sind nicht etwa Politiker, auch nicht Militärbefehlshaber und genausowenig Religionsführer. Die mächtigsten Leute der Welt sind IOC-Mitglieder. Keine andere Institution schafft es schließlich, dass die einflussreichsten Staatsoberhäupter genauso wie Superstars aus dem Sport zu ihr betteln kommen – für den Zuschlag von Winter- bzw. Sommerspielen. Kein Wunder also, dass sich derzeit in Kopenhagen wieder die absolute A-Prominenz die Klinke in die Hand drückt, schließlich geht es um die Vergabe der olympischen Sommerspiele 2016.

Hat man das Monopol auf ein seltenes und einzigartiges Produkt, das jeder gerne haben würde, dann darf man von den eintreffenden Angeboten schon einiges erwarten. Genau diese Position hat das IOC in den letzten Jahren zwischen den Zeilen klar gemacht.

Bei der Vergabe der Sommerspiele 2012 setzte sich London im wahrscheinlich hochkarätigsten Teilnehmerfeld aller Zeiten durch – gegen Madrid, New York, Moskau und das als Favoriten gehandelte Paris. Offiziell bot London das beste Gesamtpaket aus “einer glänzenden Mischung aus Fakten und Emotion”, außerdem beindruckte angeblich die Tatsache, dass das heruntergekommene Londoner Eastend im Zuge der Olympiavorbereitung in “ein Sportparadies für die Jugend vieler kommender Generationen” ungewandelt werden soll.

Inoffiziell wurden Stimmen laut die behaupteten, London hätte nur den Zuschlag bekommen, weil der damalige britische Premierminister Tony Blair in den Tagen vor der Entscheidung einige IOC-Mitglieder zu einer privaten Audienz in seiner Hotel-Suite empfing, um der Londoner Bewerbung noch ein wenig Nachdruck zu verleihen.

Neben Blair engagierte sich zwar auch noch Frankreichs Präsident Jacques Chirac persönlich um die Pariser Bewerbung, seine Unterstützung wurde aber als eher lieblos eingestuft, da er eigentlich nur auf der Durchreise zu einem G8-Gipfel war.

Bei der Bewerbung für die olympischen Winterspiele 2014 hatte Russlands Präsident Wladimir Putin die Zeichen des IOC richtig gedeutet, und war im Gegensatz zur Vergabe der Sommerspiele 2012 (bei der nur eine Videobotschaft von ihm gesendet wurde) diesmal persönlich anwesend um die IOC-Mitglieder von den Qualitäten Sotschis zu überzeugen. So kam es, dass sich der Ort mit der bei weitem schlechtesten Infrastruktur gegen das traditionsreiche Salzburg und das hochmoderne Pyeongchang durchsetzen konnte.

Wieder ein klares Zeichen des IOC, wenn man es sehen will. Und die derzeitigen Bewerber für die Sommerspiele 2016 haben es gesehen.

Madrid schickt Spaniens Präsident Jose Luis Zapatero und König Juan Carlos sowie die Sportstars Raúl González Blanco und Miguel Indurain ins Rennen.

Rio de Janeiro bietet Fußball-Legende Pele, Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva und Ex-Tennisprofi Gustavo Kuerten auf.

Tokio wirbt mit mit Japans neuem Premierminister Yukio Hatoyama.

Chicago kann sich in diesem Zusammenhang natürlich auch nicht lumpen lassen und schickt erstmal die dreifache Olympiasiegerin Jackie Joyner-Kersse, den vierfachen Olympiasieger Michael Johnson (beide Leichtathletik) und die fünffache Goldmedaillengewinnerin Nadia Comaneci (Kunstturnen) als Vorhut, bevor sich dann Barack “Rockstar-Präsident” Obama persönlich die Ehre eines Kurzbesuches gibt.

Es scheint also so als müsste man als Bewerber wirklich alles was im Land Rang und Namen hat ins Rennen schicken, um überhaupt noch eine Chance auf den Zuschlag zu haben. Für das IOC ist eben das Beste gerade gut genug, wer nicht mitspielt hat Pech gehabt. Außerdem lässt es sich mit “den Chefs” sicher auch viel besser über persönliche Leckerbissen verhandeln als mit irgendwelchen Handlangern.

Natürlich betont IOC-Präsident Jacques Rogge immer wieder dass “die Anwesenheit von Stars kein entscheidender Faktor” sei, aber sieht man sich den Verlauf der letzten Vergaben an, so kann man das nur mehr schwer glauben.

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Autor: doxidox
Datum: Donnerstag, 1. Oktober 2009 7:10
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