Läufer im Drogenrausch
Passend zu den ganzen Doping-Diskussionen rund um die Leichtathletik-WM in Berlin wurde jetzt eine andere sehr interessante Studie veröffentlicht. Diese beweist, dass Sport im Übermaß zu körperlicher Abhängigkeit führen kann – und das ganz ohne Arzneimittel.
Forscher der Tufts University konnten bei übertrainierten Ratten auf einfache Weise Entzugserscheinungen hervorrufen, die vom Rauschgift-Entzug bekannt sind.
Im Experiment beobachteten die Wissenschaftler 80 Ratten für mehrere Wochen. Man ermöglichte den Tieren während dieser Zeit, sich in einem Laufrad auszutoben, und gliederte sie nach dem Grad ihrer Aktivität in Gruppen. Abschließend verabreichte man ihnen entsprechend ihrem Körpergewicht eine Dosis des Medikaments Naloxon, das man bei Opiat-Überdosis zum Hervorrufen sofortiger Entzugserscheinungen einsetzt.
Während faule Ratten kaum reagierten, zeigten die sportlichen typische Entzugserscheinungen wie Zittern, Krümmen oder Zähneklappern. Am stärksten war dieser Effekt bei den Tieren, die ihr Laufrad am häufigsten betätigt hatten. Die Studienautoren gehen davon aus, dass hier dieselben Prozesse im Belohnungssystem des Gehirns abliefen wie bei drogenabhängigen Ratten.
Das bedeutet aber noch lange nicht dass man Sport jetzt in den selben Topf wie Alkohol oder Nikotin werfen kann, denn die oben beschriebene Abhängigkeit kann auch bei anderen Verhaltensformen auftreten, wie z.B. Arbeit, Putzen oder Musik.
Außerdem stellt Sport dann vermutlich das einzige Suchtmittel dar, das gut für unseren Körper ist und vermutlich von jedem Arzt empfohlen wird ![]()
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