Den Sieg herbeigeträumt
Eine Verlängerung der täglichen Schlafdauer verhilft Athleten zu besserer sportlicher Leistung wie auch zur Besserung der Grundstimmung. Das berichtet der Schlafforscher Cheri Mah von der Sleep Disorder Clinic der Stanford University. Mahs Ergebnisse sind ein Hinweis dafür, dass ausreichender Schlaf großen Einfluss auf die körperliche Leistungsfähigkeit hat und auch beim Training berücksichtigt werden sollte.
Mah untersuchte fünf Profi-Tennisspielerinnen im Alter zwischen 18 und 21 Jahren während der Wettkampfsaison. Man bat die Sportlerinnen, ihren Schlaf für fünf Wochen auf zehn Stunden pro Nacht auszudehnen. Die Folgen waren kaum zu übersehen: Nach Ende der Beobachtungsphase mit längerer Schlafenszeit hatte sich die Zeit, in welcher die Probandinnen eine Sprintstrecke zurückgelegt hatten, von zuvor 19,12 auf durchschnittlich 17,56 Sekunden verringert. Die Treffergenauigkeit bei Aufschlägen stieg und auch die Geschwindigkeit des Aufschlags verbesserte sich.
Der Schlaf kam auch der Stimmung der Sportlerinnen zugute, wie auch der Munterkeit, da die Tagesschläfrigkeit zurückging. “Viele der Sportlerinnen realisierten durch die Studie erstmals, wie wichtig Schlaf ist und wie er ihre Leistung während den Wettkämpfen beeinflusst” so der Schlafforscher.
Relevanz haben die Ergebnisse unter anderem für die Vorbereitung für Wettkämpfe. “Spitzensportler verbringen viele Stunden täglich mit Training ihrer Kraft und Kondition und arbeiten auch mit Ernährungsspezialisten, um ihre Leistung zu verbessern”, so Mah. Obwohl man über die grundsätzliche Bedeutung von ausreichend Schlaf Bescheid wisse, schenke man den Schlafgewohnheiten bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit. “Die Spitzenleistung kann man nur erbringen, wenn die Schlafrythmen optimal sind.”
Bereits im Vorjahr hatte Mah ähnliche Untersuchungen präsentiert. Damals zeigte er, dass auch Schwimmer durch zehn Stunden Schlaf pro Nacht ihre Sprintgeschwindigkeit, die Reaktionszeit beim Sprung ins Wasser wie auch der Frequenz der Beintempi erheblich steigern können.

Mit diesem Wissen in Hinterkopf wird ein Spitzensportler aber immer wieder vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Bei den olympischen Spielen in Peking zum Beispiel fanden alle Schwimmbewerbe immer sehr früh am Morgen statt, um sie dem amerikanischen Publikum zur Primetime präsentieren zu können. Aus diesem Grund mussten sich alle Schwimmer schon Monate im Vorhinein an diese extremen Zeitbedingungen umstellen, damit sie auch schon um 6 oder 7 Uhr Früh Spitzenleistungen bringen konnten.
Zusätzlich macht natürlich auch der Jetlag immer wieder einen Strich durch die Rechnung, je nachdem wie groß die Zeitumstellung ist. Um diese kurzfristige Benachteiligung zu unterbinden, müssen die Athleten am besten schon 2 Wochen im Vorhinein anreisen, um genug Zeit zu haben sich an den neuen Tagesrythmus zu gewöhnen. Dass nicht jeder Sportler immer das nötige Kleingeld dafür hat, wird schon des öfteren mit ein Grund für eine schlechte Leistung gewesen sein.
Zusammenfassend kann man also sagen dass jeder Spitzensportler sehr genau auf seine Schlafgewohnheiten achten sollte, zumindest soweit wie es im Rahmen seiner Möglichkeiten liegt.
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