Indianer und Kampfkünstler spüren keine Schmerzen

Warrior Monks Of Shaolin Temple

Wer regelmäßig asiatische Kampftechniken ausübt, wird unempfindlicher für Schmerz. Dieses Phänomen, das zugleich wesentliches Trainingsziel der meisten Kampfkünste ist, nahm eine Pilotstudie nun genauer unter die Lupe. In einem Experiment verglich man zudem die Schmerzreizschwellen von Kung Fu-Schülern mit denjenigen von Sportlern anderer Sportarten.

Änderungen wurden dabei sowohl in der Schmerzwahrnehmung als auch in der affektiven Bewertung von Schmerzen sichtbar. “Kampfkünstler gehen viel gelassener mit Schmerzen um und scheinen auch weniger empfindlich zu sein”, so das Resümee.

Unter “Kampfkunst” versteht man Sportarten, die auf die Gesunderhaltung des Körpers durch Kräftigung abzielen und dabei auch meditative Komponenten beinhalten, im Gegensatz zum rein auf Angriff abzielenden “Kampfsport”. “Die Abhärtung gegen Schmerzen ist wesentlicher Bestandteil von Kampfkünsten wie Kung Fu oder Karate und geschieht etwa durch gezielte Simulation von Treffersituationen im Kampf.

Dabei will man den Schmerz als Schutzmechanismus überwinden, der den Körper sonst zum Rückzug auffordert und damit dem Gegner einen Vorteil verschafft. Was sich dabei ändere, sei in erster Linie die Interpretation des Schmerzes. Im Kampfkunstbereich ist das Schmerzgefühl nicht negativ behaftet, sondern selbstverständlicher Teil des Trainings.

Mehrere asiatische Kampfkunstarten gehen auf Traditionen der Shaolin-Mönche zurück, die auch die kognitive Beherrschung des Körpers pflegen. Frühere Studien haben bereits festgestellt, dass Meditationsübungen Schmerzen lindern können. Bei Kampfkunstarten geht es mehr um die Verarbeitung des Schmerzes als um dessen Wahrnehmung. Kampfkünstler haben kaum sichtbare Veränderungen am Körper, die ihre Wahrnehmung vermindern würden.

Na gut, dann auf zum nächsten Kung Fu-Training statt ins Fitness-Center und nächste Woche dem Kasten von einem Türsteher vor der Stamm-Disco eins auf die Rübe gegeben – kann ja nix passieren, ich spür dann ja nichts … ;-)

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Autor: theo
Datum: Donnerstag, 28. Mai 2009 19:21
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2 Kommentare

  1. 1

    Vielleicht is das ganze ja auch nur eine natürliche Selektion, weil alle Weicheier sowieso nach kurzer Zeit mit Kampfsportarten aufhören und nur die “harten Kerle” übrig bleiben :D

  2. 2

    Ein sehr schöner Beitrag. Es ist einfach so, dass man während dem jahrelangen Kampfsporttraining lernt, den “Schmerz” etwas auszublenden / anders wahrzunehmen.
    Es gibt viele, die sagen und lehren: “Schmerz ist nur Einbildung”. Und klar, man wird ja auch einfach abgehärtet mit der Zeit….
    Hat auch viel mit Selbstdisziplin zu tun, denk ich.

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