35. Bundesliga-Runde: Wunder über Wunder im Tabellenkeller

Ball entering the net at a soccer match

Obwohl die beiden Tabellenletzten der Österreichischen Bundesliga, Altach und Mattersburg, seit Monaten fast ausnahmslos mit verlorenen Spielen in den Sportschlagzeilen vorkamen, so scheinen sie doch im Endspurt auf wundersame Weise das Fussballspielen erlernt zu haben. Mattersburg siegt gegen Rapid im heiligen St. Hanappi mit 3:2, wo sich Rapid bis vor wenigen Runden, nach tollen Leistungen und vielen Toren, noch Chancen auf den Titel ausrechnen konnte. Aber sogar der Tabellenletzte Altach scheint plötzlich von der Fussballmuse geküsst worden zu sein, denn sie schicken den KSV Superfund mit 5:1 aus dem Ländle nach Hause.  Gilt hier das Motto: ” Sind die Starken zu schwach, dann bist du Schwacher stark?” – oder steckt da etwas mehr dahinter?

Betrachten wir doch einmal die Situation der Tabellenletzten ganz nüchtern nach der vorigen, der 34. Runde: Mattersburg hat drei Punkte Vorsprung auf Altach und dazu noch das wesentlich bessere Torverhältnis. Beide spielen in der 35. Runde gegen Gegner, wo sie normalerweise eher wenig Chancen haben, war auch die gesamte Saison über so, weshalb sie auch berechtigterweise am Tabellenende zu finden sind.

Altach kann sich nur vor dem Abstieg retten, wenn sie gegen den KSV gewinnen – vor allem aber auch noch hoch gewinnen, wegen der Tordifferenz – und siehe da, genau dieses Wunschresultat von 5:1 kommt auf wundersame Weise zustande. Wieso ging das nicht schon die gesamte Saison so einfach? Ich bezeichne das mal provokant als Wunder Nr.1.

Mattersburg hat es etwas leichter und kann den Verbleib in der Bundesliga mit einem Sieg gegen Rapid schon vorzeitig halbwegs sicher erreichen. Aber ein Sieg in St. Hanappi, der Festung in grün/weiss? Geht doch ganz einfach – Augen zu und fest “wünsch dir was” sagen – und schon hats geklappt und Rapid wurde 3:2 besiegt. – Hallo, frage ich mich,  wieso läufts denn auch hier erst jetzt? Ich bezeichne das wieder als Wunder Nr. 2.

Die beiden Wunder lassen sich aber nach einem Blick auf die Tabelle schon etwas besser erklären, denn für die beiden erzielten Ergebnisse sind ja noch jeweils 2 andere Vereine mitverantwortlich, nämlich die Gegner der beiden auferstandenen Tabellen-Letzten.

Da wäre nun einmal Rapid: Bis vor kurzem noch mit theoretischen Titelchancen, jetzt vielleicht tief frustriert und mit einer langen Verletztenliste, da kann man schon mal gegen Mattersburg zu Hause verlieren. Vorallem aber, wenn der 2. Tabellenplatz bereits zu 100% gesichert ist, selbst wenn man das letzte Spiel der Saison auch noch verliert. Ist es also nur die fehlende Motivation, dass Mattersburg in Hütteldorf gewinnt, oder vielleicht auch eine gewisse grün/weisse Verbundenheit? Vorallem weil die Hütteldorfer außer einem verlorenen Match keinerlei Nachteile aufgrund diese Niederlage haben? Ideale Voraussetzungen also für einen anderen Verein, der in diesem Match ein “Wunder” benötigt.

Zum anderen ist da der KSV Superfund, eine Mannschaft die zwar auch nicht weit vom Abstiegsbereich entfernt war, aber seine Schäfchen diese Saison bereits sicher im Trockenen hat. Ist es auch hier die fehlende Motivation  für die letzten beiden Runden, die das herbeigewünschte Idealresultat der Altacher auch gleich Realität werden lassen, also ein 2. Wunder in der selben Runde im Tabellenkeller ermöglicht?

Es liegt mir absolut fern hier Unterstellungen zu machen, aber mal ganz ehrlich: Es sieht doch tatsächlich sehr eigenartig aus, dass am Ende der Sasion die Loser der Liga ganz plötzlich die Resultate erreichen (sogar ein 5:1 ist im Topf von Fortuna) die sie benötigen – und interessanterweise gegen Mannschaften, die auch ein Sieg nicht mehr weiterbringt.

Wie auch immer diese beiden Resultate zustande gekommen sind, da ja beide Mannschaften am Tabellenende das Glück nun gepachtet zu haben scheinen hatte nicht nur Göttin Fortuna die Hand im Spiel, sondern vielleicht auch Göttin Justitia, die da beide Augen zugedrückt und vielleicht gute Miene zu “bösen Spielen” gemacht hat.

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Autor: theo
Datum: Donnerstag, 21. Mai 2009 20:26
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Ein Kommentar

  1. 1

    Vielleicht kann es auch sein, dass jedes Spiel mit 0:0 beginnt und nicht vor Spielende (und schon gar nicht vor Spielbeginn) entschieden ist????
    Ich spiele selber Fußball… Die blödesten Niederlage erhielten wir stets von sogenannten “schwachen Gegnern”. Es kann schon sein, dass Spiele durch ein Bündel Scheine entschieden werden, aber meist liegt die Ursache im Hinterstübchen der Spieler. Mein Trainer sagt immer: “Fußball ist Kopfsache!”
    Und erhat damit zu 100 % recht.

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