Kaffee … <3

Für mich persönlich ist Kaffee eines jener Dinge die ich eigentlich nicht unbedingt brauche, die ich aber trotzdem in meinem Alltag nicht missen will. Zum einen weil nach einem Kaffee Dinge wie Lernen, aufmerksames Zuhören, Schreiben usw. einfach besser funktionieren, zum anderen weil das Ritual des Kaffeetrinkens für mich Entspannung und Gemütlichkeit bedeutet, egal ob alleine mit meiner Zeitung oder beim Zusammensitzen mit meinen Freunden. Vermutlich kommt man halt doch nicht aus, wenn man seine Jugend in Wien verbringt, ohne diese berühmte Kaffehauskultur irgendwo in sich aufzusaugen.
Aber nicht nur Wiener trinken gerne Kaffee, auf der ganzen Welt gehört dieses Getränk zum Alltag der Menschen dazu und gilt eben teilweise sogar als Kulturgut. Trotzdem hat Kaffee immer schon den negativen Ruf gehabt, nicht unbedingt förderlich für die Gesundheit zu sein, besonders für Herz und Kreislauf. Letztens habe ich aber gelesen, dass Kaffee in gewissen Mengen ganz im Gegenteil sehr förderlich für die Gesundheit sein soll, weil er unter anderem viele Antioxidantien enthält, das Krebsrisiko mindern sowie Gefäßentzündungen hemmen soll. Deswegen hab ich beschlossen mich mal ein wenig in das Thema einzulesen und herauszufinden, was an diesen ganzen Sachen wirklich dran ist.
Gleich nach Suchbeginn war ich kurzfristig verzweifelt: Über Kaffee bzw. Koffein gibt es alleine aus dem letzten Jahr eine unglaubliche Menge an Studien, genauer gesagt über den Zusammenhang mit allen möglichen Krankheiten: Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Gallensteine, Krebs … und ob der Hund des Friseurs deines Nachbarn früher stirbt wenn du mehr als 3 Tassen am Tag trinkst.
Glücklicherweise bin ich dann aber auf eine Untersuchung gestoßen, die als die größte, längste und kompletteste Studie zu diesem Thema gilt (Lopez-Garcia 2008). Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und der Sterblichkeitsrate von 41736 Männern und 86214 Frauen. Das ganze zog sich über 18 Jahre bei den Männern und 24 Jahre bei den Frauen.
Das Ergebnis ist für mich ein erfreuliches: Es gibt keine Unterschiede in der Sterblichkeitsrate zwischen Kaffeetrinkern und Nicht-Kaffee-Trinkern. Sieht man sich im speziellen alle Todesfälle mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Ursache an, dann lässt sich hier sogar eine leicht niedrigere Sterblichkeitsrate bei Kaffeetrinkern feststellen. Dieser Trend muss aber natürlich noch genauer untersucht werden um eine eindeutige Aussage darüber machen zu können.

Generell gilt aus gesundheitlicher Sicht aber trotzdem:
Man muss unterscheiden zwischen Kaffee und Koffein. Kaffee enthält eine Vielzahl von Inhaltstoffen und Substanzen die eine positive Wirkung auf den Körper haben, Koffein ist allerdings nicht unbedingt eine davon. Es wird aber angenommen dass die positiven Wirkungen der anderen Stoffe die negativen des Koffeins übersteigen und somit die Gesamtwirkung als gut angesehen werden kann.
Aus diversen Studien hervorgegangene positive Effekte sind unter anderem:
- Entzündungshemmung
- Positive Effekte auf Störungen der Gefäßinnenwände
- Niedrigeres Risiko für tödliche koronare Herzkrankheiten
- Niedrigeres Risiko für Typ 2 – Diabetes
- Niedrigeres Risiko für Krebs in Leber, Dickdarm, Mund- und Rachenraum sowie Speiseröhre
Es gilt aber natürlich das alte Sprichwort “die Dosis macht das Gift”. Die empfohlene oder unbedenkliche maximale Menge für Kaffee pro Tag wird derzeit mit ca. 5 Tassen angegeben. Das bedeutet alle Kaffeejunkies in Büros oder sonstwo, die sich mehr als 20 Tassen pro Tag reinziehen, sollten trotzdem über eine Umstellung ihrer Trinkgewohnheiten nachdenken

Weil diese Seite hier ja Sportblog heißt und nicht Gesundheitsblog, hab ich mich auch mal informiert wie es denn mit der Wirkung von Koffein im Spitzensport aussieht:
Aus diversen Studien geht hervor, dass Koffeinkonsum in kleinen bis mittleren Mengen eine positive Wirkung auf die Leistungsfähigkeit von Sportlern hat (Burke 2008). Diese Wirkung zieht sich durch sehr viele verschiedene Sportarten wie z.B.
- Ausdauersport
- Stop-and-Go Sportarten (Ballsportarten usw.)
- Sportarten mit hoher Intensität von 1 – 60 Minuten Dauer (Schwimmen, Rudern, Mittel- und Langstreckenläufe, usw.)
Wodurch genau diese Leistungssteigerung zustande kommt ist noch nicht ganz geklärt.
Eine kleine bis mittlere Dosis ist mit ca. 3 mg/kg Körpergewicht definiert, was in etwa einer Menge entspricht die jeder „normale” Mensch genauso in seinem Alltag aufnimmt. Ein Missbrauch von Koffein in größeren Mengen ist im Spitzensport eigentlich auszuschließen, da die auftretenden negativen Effekte wesentlich größer wären als die positiven. Vermutlich deshalb wurde Koffein auch vor ein paar Jahren von der Dopingliste entfernt.
Trotzdem soll hier nochmal festgehalten werden dass Koffein als Suchtmittel angesehen wird und daher besonders für Kinder und Jugendliche gefährlich bzw. sogar gesundheitsschädlich sein kann. Es sollte also im Sinne aller Eltern und Betreuer sein, junge Sportler auf dieses Risiko hinzuweisen und den Konsum möglichst zu vermeiden.
Letztendlich kann man aber sagen dass der Kaffeegenuss für „normale” erwachsene Menschen sowie für Leistungssportler in gewissen Mengen keine negativen Auswirkungen hat, sondern sogar eher positive Wirkungen festgestellt wurden, besonders im Sport.
Welche positiven psychischen Wirkungen die Kaffeepause aber für jeden Einzelnen hat, fließt in diese Untersuchungen natürlich nicht ein.
Literaturverzeichnis:
Burke LM (2008); Caffeine and Sports Performance; Applied physiology, nutrition, and metabolism; 2008 Dec;33(6):1319-34
Lopez-Garcia E, van Dam RM, Li TY, Rodriguez-Artalejo F, Hu FB (2008); The Relationship of Coffee Consumption with Mortality; Annals of internal medicine; 2008 Jun 17;148(12):I-40
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