Frechheit siegt

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In Österreich gehts ja derzeit ganz schön rund in Sachen Doping. Die Aussagen von Triathletin Lisa Hütthaler und Radprofi Bernhard Kohl führten schon zu einigen Verhaftung und anscheinend sind die Ermittlungen noch immer nicht abgeschlossen. Diese ganzen Geschichten werden aber sowieso von allen möglichen Medien breitgetreten, von daher möchte ich eigentlich gar nicht all zu viele Worte darüber verlieren. Viel interessanter finde ich die letzten Entwicklungen in Sachen Strafen für die beiden oben genannten Dopingsünder.

Tragen wir mal die Fakten zusammen:

Bernhard Kohl wurde des Dopings mit CERA überführt, gab seine Schuld auch gleich zu, machte allerdings anfangs keine wirklichen Aussagen über Hauptfiguren in der Dopingszene. Erst als Lisa Hütthaler Namen nannte, kooperierte auch Kohl mit der NADA bzw. der SoKo Doping. Trotzdem fasste Kohl die “Höchststrafe” in Form einer Sperre von 2 Jahren aus.

Lisa Hütthaler lieferte eine positive Dopingprobe (EPO) bei einer Trainingskontrolle ab, stritt aber bis zur Öffnung der B-Probe alles ab. Zusätztlich versuchte sie eine Mitarbeiterin des Labors in Seibersdorf (wo die Proben kontrolliert wurden) durch Bestechung dazu zu bringen, die Auswertung ihrer B-Probe zu manipulieren. Nachdem die ganze Geschichte offiziell war und es daher keinen Ausweg mehr gab, kooperierte sie gänzlich mit NADA und SoKo Doping. Die Strafe wären 2 Jahre Sperre für Doping und 4 weitere Jahre Sperre für den Bestechungsversuch gewesen. Aufgrund ihres umfassenden Geständnisses wurde die Strafe aber um 75% reudziert … auf 18 Monate Sperre.

Jetzt frage ich mich eigentlich schon wie es sein kann, dass jemand der gleich offen zugibt gedopt zu haben 2 Jahre gesperrt wird, und jemand der bis zur letzten Sekunde mit allen möglichen Mitteln versucht das Ganze zu vertuschen nur 18 Monate ausfasst. Irgendwo bleibt da ein Bisschen die Logik auf der Strecke.

Natürlich muss man Lisa Hütthaler zugestehen dass sie die Erste war, die ganz konkrete Namen aus der Szene genannt hat und so die ganzen Ermittlungen ins Laufen gebracht hat, trotzdem finde ich dass die Reduktion der Strafe um 75% ein wenig übertrieben ist. Vermutlich will man damit ein deutliches Zeichen setzen um auch in nächster Zeit Sportler zu motivieren über Hintermänner Aussagen zu machen, um dem ganzen System auf die Schliche zu kommen. Ich finde aber die Geschichte hat jetzt folgende Botschaft: Wenn ihr erwischt werdet, streitet erstmal alles ab und versucht mit allen Mitteln nicht überführt zu werden, weil Aussagen könnt ihr später sowieso immer noch und ihr fasst dann auch nur einen kleinen Klaps auf die Finger aus.

In meinen Augen wahrlich nicht der richtige Weg …

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Autor: doxidox
Datum: Dienstag, 7. April 2009 23:34
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Ein Kommentar

  1. 1

    es gibt so wie so jeder immer nur das zu, was man ihm nachweisen konnte, um dann die konsequenzen zu mildern. oder man gibt verjährte vergehen zu – also ohne konsequenzen. hat schon einmal jemand zugegeben gedopt zu haben, ohne überführt worden zu sein? kenne keinen. aber alle geständigen geben es natürlich deswegen zu, weil sie so heftig vom gewissen geplagt wurden und jetzt endlich wieder frei atmen können … bla bla bla .. schadensbegrenzung ist das , sonst gar nix. der begriff “sportliche fairness”, früher ein attribut von hohem moralischem stellenwert sollte aus dem sprachgebrauch ersatzlos gestrichen werden.

    theo

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