Challenge!
Nachdem ich mir heute das Championsleague Halbfinalspiel Barcelona gegen Chelsea angesehen habe, schwirrt mir wieder nur eine einzige Frage im Kopf herum: Warum zum Teufel gibt es im Fußball noch immer keinen Videobeweis? Da muss man sich doch schon an den Kopf greifen wenn vielleicht wegen dem Fehler eines Mannes (Schiedsrichter) die begehrteste Fußballtrophäe und zig Millionen Euro an eine Mannschaft gehen, die das alles gar nicht verdient hat.
Da lobe ich mir halt doch wieder den US-Sport Nummer 1 – Football. In dieser Liga steckt im Vergleich zum europäischen Fußball nochmal ein großes Eck mehr an Geld und der Hype um den Superbowl ist für Leute von außerhalb wohl auch unvorstellbar. Vermutlich genau deshalb ist die Möglichkeit des Videobeweises dort schon lange integriert und hat nicht selten in ganz spielentscheidenden Situation das erste Urteil der Unparteiischen revidiert.
Genauso im Tennis. Dort gibt es einen ganzen Haufen Schiedsrichter mehr am Feld als beim Fußball, und trotzdem kommt es regelmäßig zu Fehlentscheidungen, die aber schon seit längerem durch ein Videosystem aufgedeckt werden können. Ich denke nicht dass sich irgendjemand dort über die Einführung dieser Möglichkeit beschwert hat.
Wenn es also dort möglich und akzeptiert ist, warum sollte das im Fußball so schlecht sein? Ich finde es persönlich eine Frechheit wie sich die Führungsebene des Fußballs gegen technische Neuerung wehrt die ohne Probleme einsetzbar wären und einfach einen faireren Spielverlauf garantieren würden (z.B. auch der Chip im Ball der anzeigt, ob die Kugel jetzt die Torlinie passiert hat oder nicht).

Ein Problem für den Videobeweis stellt vermutlich die Tatsache dar, dass er viel Zeit verbraucht, die dann zusätzlich nachgespielt werden müsste. Als Alternative könnte man natürlich einfach die Zeit anhalten wenn ein Trainer den Videobeweis fordert. Aber … wow … Moment. Wenn man sich jetzt die Sache mit Zeit anhalten anfängt, dann könnten ja plötzlich noch ganz andere Forderungen kommen wie zum Beispiel Zeit anhalten bei allen längeren Spielunterbrechungen. Dann gäbs vielleicht kein lächerliches Schauspielen mehr nach Fouls und kein unattraktives Zeitschinden mehr in der Schlussphase.
Soweit muss es ja aber gar nicht kommen, es würde ja wirklich nur für den Videobeweis reichen. Außerdem bin ich auch der Meinung dass nicht jeder kleine Zweikampf extra analysiert werden sollte, weshalb die Anzahl der “Challenges” (Verlangen des Videobeweises) sehr limitiert sein sollte – z.B. einmal pro Spiel oder einmal pro Halbzeit.
Ich bin mir sicher dass so eine Neuerung der Spannung im Fußball nichts anhaben würde, denn das Warten auf die Entscheidung nach einer fragwürdigen Situation ist sicher nervenaufreibender als der Ärger über eine klare Fehlentscheidung. Vermutlich müssen wir aber warten bis die engstirnig-konservativen Leute in der Führungsebene “ausgestorben” sind, bis sich so etwas auch im heiligen Gral Fußball einführen lässt.
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Montag, 15. Juni 2009 22:35
Sehr guter Artikel!
Bin (fast) genau Ihrer Meinung!!
Die Leute in den Führungseben sind leider egoistische Waschlappen. Hoffentlich “sterben” die bald “aus”.
Ein Grund GEGEN den Videobeweis ist allerdings, dass sich dann ein Spielergebnis nicht so leicht kaufen lässt
Gruß, Steph
Montag, 1. März 2010 18:14
[...] sich die Entscheidungsträger im internationalen Fußball immer noch heftigst gegen technische Neuerungen wehren, darf man als fairness-liebender Zuschauer anscheinend die Hoffnung niemals aufgeben. Seit [...]