Die FINA greift durch

Quelle: flickr/I_hate_username

Zu meiner Freude habe ich grad eben die Schlagzeile gelesen, dass die FINA endlich strikte Richtlinien für Schwimmanzüge und deren Gebrauch beschlossen hat. All zu euphorisch darf man darüber allerdings auch wieder nicht sein, denn diese Reglementierung kam meiner Meinung nach reichlich spät. Zumindest zwei Großveranstaltungen (olympische Spiele in Peking, Kurzbahn EM in Rijeka) standen ganz sicherlich im Zeichen der Materialschlacht der Ausrüster und der Ausnutzung von Schlupflöchern durch Athleten.

Aber immerhin wurde dem ganzen zumindest jetzt ein Riegel vorgeschoben. Hier sind ein paar Details der neuen Regelung (Quelle):

Die Schwimmanzüge dürfen nicht mehr über Nacken, Schulter und Knöchel hinausgehen.

Das Material darf nicht dicker als einen Millimeter sein, muss direkt auf der Haut liegen und darf maximal einen Auftrieb von ein Newton/100 Gramm haben. Maßanfertigungen sind nicht mehr erlaubt.

Die Athleten dürfen künftig nur noch einen Anzug tragen, nachdem sie in der Vergangenheit mehrere Anzüge übereinander angezogen hatten, um den Auftrieb zu erhöhen.

Verboten sind künftig auch jegliche Mittel zur Schmerzverminderung, Elektrostimulation und Freisetzung von chemischen und medizinischen Stoffen unter dem Anzug und im Anzug.

Anzüge müssen für dieses Jahr bis 31. 3. präsentiert werden. Ab 2010 treten zusätzliche Vorschriften in Kraft. Für die von Jänner 2010 an verwendeten Anzüge müssen bis zum kommenden November Anträge gestellt werden.

Künftig müssen dann die Genehmigungen jeweils bis zum 1. August eines Jahres erneuert oder neu gestellt werden, mindestens aber zwölf Monate vor Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen.

Ich finde das ganze recht gut durchdacht, besonders die Regelung, dass neue Anzüge mindestens 12 Monate vor einer WM oder olympischen Spielen präsentiert werden müssen. Dadurch wird es in Zukunft hoffentlich nicht mehr zu Situationen kommen, wo Schwimmer ohne einen gewissen Anzug gar keine Chancen auf Medaillen haben.

Warum der Zusatz über Mittel für Schmerzlinderung usw. unterm/im Anzug existiert, möchten wir vermutlich gar nicht so genau wissen. Vielleicht sind so einige Details aus der letzten Zeit ja noch gar nicht publik geworden.

Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass ich die FINA in der Hinsicht nicht unbedingt um ihren Job beneide. Man muss immerhin bedenken dass sie eine Regelung schaffen musste, die auf der einen Seite die Ausrüster (und damit viel Geld) nicht wieder komplett aus dem Schwimmsport vertreibt, andererseits aber Chancengleicheit für alle Schwimmer garantiert und damit das Ansehen des Sports auch in Zukunft wahrt. Wir werden sehen ob dieser Job gut gemacht wurde.

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Autor: doxidox
Datum: Sonntag, 15. März 2009 15:31
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Ein Kommentar

  1. 1

    [...] die neuen High-Tech-Anzüge im Schwimmsport haben wir hier im Blog (1, 2) ja schon öfters geschrieben. Bis vor kurzem sah es allerdings so aus, als hätte die FINA es doch [...]

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