Die fetten Jahre fangen gerade erst an

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Vor kurzem wurde der österreichische Ernährungsbericht 2008 veröffentlicht, mit ein paar wirklich besorgniserregenden Daten.

Erstmal vorweg: Ich hätte natürlich auch liebend gerne etwas über den deutschen Ernährungsbericht 2008 geschrieben, den es schon seit Dezember letzten Jahres gibt. Den bekommt man aber leider nicht frei zur Verfügung gestellt (so wie den österreichischen), stattdessen würde der Einblick 32 € kosten. Das is dann doch etwas viel für einen armen Blogger/Studenten wie mich, weshalb ich einfach mal auf die Angaben anderer Blogger vertraue.

Was sagt uns denn aber nun die österreichische Variante:

BMI-Kategorien (Angaben in %)

Untergewicht Normalgewicht Übergewicht Adipositas
Gesamt 2 56 31 11
Frauen 4 65 22 9
Männer 1 47 39 13
Alter 18-41 J. 4 70 20 6
Alter 42-65 J. 1 45 39 15

_________

Die Einteilung der Kategorien efolgte nach den Richtlinien der WHO (2003):

Untergewicht: BMI < 18,5

Normalgewicht: BMI 18,5 – 24,9

Übergewicht: BMI 25 – 29,9

Adipositas: BMI ab 30

Vergleicht man diese Daten mit jenen aus dem Jahr 2003, dann kann man folgende Entwicklung feststellen:

Bei den Männern sank der Anteil an Normalgewichtigen (um 8%), gleichzeitig stieg der Anteil der Übergewichtigen (um 4%) und der Adipösen (um 7%). Besonders hervorzuheben ist der Anteil der adipösen (fettleibigen) Männer, weil er sich mit einem Sprung von 6% auf 13% mehr als verdoppelt hat!

Bei den Frauen gab es auch eine leichte Verschiebung hin zu Übergewicht und Adipositas, allerdings bei weitem nicht so stark wie bei den Männern.

Ursachen:

Normalerweise würde man meinen, dass dieser Trend zu mehr Übergewicht am gesteigerten Konsum von Lebensmitteln liegt, also daran dass die Leute einfach mehr essen. Stimmt aber nicht, denn laut dem neuen Bericht essen die Menschen nicht mehr als vor fünf Jahren. Das einzige was sich geändert hat sind die Bewegungsgewohnheiten, denn die Leute bewegen sich im Durchschnitt deutlich weniger als früher. Dadurch benötigt der Körper zur Deckung seines Energiebedarfs auch nur weniger Kalorien, weshalb einfach ein größerer Teil als Fett gespeichert wird.

Das bedeutet aber nicht, dass einfach nur zu viel gegessen wird, es wird vor allem auch falsch gegessen. Das größte Problem dabei ist, dass in vielen Fällen schon im Kindesalter falsche Ernährungsgewohnheiten vorherrschen, die uns dann für unser weiteres Leben so konditionieren dass wir aus dieser Spirale der ungesunden Ernährung kaum mehr herauskommen.

So nehmen Kinder im Alter von 6 – 15 Jahren bereits ein Drittel ihrer Energie in Form von Zucker zu sich. Im Jugendalter kommt zum hohen Zuckerkonsum dann schon das Übermaß an Fleisch und Fett in der Ernährung dazu. Kohlehydrate, Ballaststoffe und ungesättigte Fettsäuren bleiben auf der Strecke. Das ganze setzt sich dann bis ins Erwachsenenalter fort, wo dann hauptsächlich zu fett und zu salzig gegessen wird.

Ausweg:

Die beste Möglichkeit das ganze Problem an der Wurzel zu packen wäre, unseren Kindern schon von Anfang an einen gesunden Ernährungsstil beizubringen und selbst als möglichst gutes Beispiel voranzugehen. Es würde ja schon reichen wenn nicht jeden Tag Fleisch am Speiseplan steht und der Durst der kleinen nicht ständig mit Cola oder ähnlichen Getränken gelöscht wird. Zumindest eine Portion Obst oder Gemüse am Tag würde dann auch das Übrige tun.

Zusätzlich ist Bewegung einer der wichtigsten Faktoren um den Körper gesund zu halten, denn wer aktiv ist verbrennt mehr Energie und kann diverse Sünden bei der Ernährung leichter ausgleichen. Das tolle ist ja, dass sich unsere Kinder von ganz alleine gerne bewegen, man muss ihnen nur die Möglichkeit dazu bieten und sie ein wenig dabei unterstützen. Und wer von klein auf Spaß an der Bewegung hat, wird dieses Gefühl auch im späteren Leben nicht verlieren.

Literaturverzeichnis:

Elmadfa I, Freisling H, Nowak V, Hofstädter D, et al. Österreichischer Ernährungsbericht 2008. 1. Auflage, Wien, März 2009.

Elmadfa I, Freisling H, König J, et al. Österreichischer Ernährungsbericht 2003. 1. Auflage, Wien, 2003

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Autor: doxidox
Datum: Samstag, 28. März 2009 0:19
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Allgemein, Breitensport, Ernährung, Training

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5 Kommentare

  1. 1

    Also das Problem liegt in meinen Augen NUR bei den Eltern! Denn die Fettzellen die du als Kind anlegst die bleiben dir, sprich: der Körper bildet aufgrund der überschüssigen Kalorien mehr Fettzellen, und diese Fettzellen-Anzahl wird selbst durch abnehmen nicht mehr weniger, die Fettzellen leeren sich nur – und sind aber auch sofort wieder voll sobald du wieder mehr isst, man nimmt also viel leichter wieder zu. Willst du die Anzahl der Fettzellen verringern, hilft nur der Chirurg…
    Der Grundstock für ein gesundes Leben ohne Übergewicht wird daher IMMER im Kindesalter gelegt.

  2. 2

    Natürlich sind die Eltern schuld. Die Kinder müssen ja dick werden, wenn sie sich nicht bewegen. Die eifachste Variante für Eltern ist es doch, einfach eine Playstation zu kaufen. Somit sind die Kinder beschäftigt und man hat auch wieder mehr Ruhe. Es scheitert nur an der Faulheit der Eltern, den Kindern beizubringen, dass man auch draußen spielen kann. Und Kinder, die viel draußen spielen, leiden sicher nicht an “Bewegungsmangelüberschuss”!! ;o) Somit werden die überschüssigen Fettzellen erst gar nicht aufgebaut, die Kinder werden es gewohnt, sich zu bewegen und im späteren Alter verzeiht dadurch der Körper so manche “kulinarische Sünde”… Problem gelöst, oder??

  3. 3

    “Der Grundstock für ein gesundes Leben ohne Übergewicht wird daher IMMER im Kindesalter gelegt.”

    Man kann auch im Alter schlechte Angewohnheiten annehmen und dadurch übergewichtig werden.

    Die Sache mit den Fettzellen ist interessant: Jede Zelle des Körpers regeneriert sich, auch Fettzellen. Übt der Mensch eine gesunde oder ungesunde Ernährungsweise über längere Sicht, werden die re-generierten Zellen eben gesund oder ungesund re-generiert. Unabhängig vom Alter.

    Schneller geht diese Regeneration bei jungen Menschen (sprich Kinder). Das heisst, man könnte davon ausgehen, dass eine dauerhaft und gesunde Ernährungsumstellung im Kindesalter schneller und einfacher zum Erfolg führen wird, wie bei Erwachsene. Aber grundsächlich ist es möglich in jeden Alter gesunde Fettzellen zu regenerieren. (Und ebenfalls genauso möglich in jedem Alter ungesunde Fettzellen zu regenerieren.)

    Und zum Artikel kann ich sagen, ich habe ein moppeliges Kind (von insgesamt 5 Kindern). Es läuft mindesten 4 KM am Tag, bekommt täglich mehrere Portionen frisches Obst und Gemüse und Cola sowie Saft gibt es hier nie (Saft zum besonderen Anlässe, aber nur mit 1/2 Wasser verdünnt).

    Ich mache mir kein Stress daraus. Schließlich kommt es bald in der Pubertät: wer weiss, was dann alles geschieht… schießt in der Höhe?

    Im Grunde genommen, muss man einfach das Kind vor Augen haben, bevor man solche Pauschalausagen trifft.

  4. 4

    Natürlich treffen generelle Aussagen NIE auf alles oder jeden zu. Trotzdem sind derzeit 11% unserer Schulkinder übergewichtig und 8% adipös, und die Hauptgründe dafür sind sicher Bewegungsmangel und/oder falsche Ernährung. Ausnahmen gibt es immer, denn ich kenne auch Kinder die sich sehr ungesund ernähren und spindeldürr sind.

    Ich finde es am wichtigsten dass die Kinder eben Wissen über und Motivation zu gesunder Ernähung ins Erwachsenenalter mitnehmen, dann hat man schon die halbe Miete für ein gesundes Leben.

    Beim Sport ist es ja genau so: Hat man als Kind viele positive Erfahungen damit gemacht, dann ist man auch motiviert Sport sein ganzes Leben lang auszuüben.

    Ernährt man sich als Erwachsener gesund und ist sportlich aktiv, ist es wirklich absolut egal wie man als Kind ausgesehen hat.

    Man muss allerdings schon berücksichtigen dass körperliche Veränderungen durch Sport oder Ernährung als Erwachsener nur mehr in geringerem Ausmaß möglich sind, wodurch man sich im Kindes- und Jugendalter einfach einen enormen “Vorsprung” herausholen kann.

  5. 5

    Absolut richtig, der Ausweg ist auch der Ausgangskern des Problems. Die Vorbildwirkung hat eine immense Kraft, sowohl positiv als auch negativ. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm ist simpel aber wahr, wenn ich bei Trainingseinheiten sehe wie “Kind” mit einbezogen wird und auch Unterschiede bei der Ernährung erklärt werden. Aus der Praxis muß ich widersprechen, dass Veränderungen als Erwachsener nur marginal möglich sind. Deshalb, weil ich seit Jahren Leute begleite die 30,40,50 und mehr Kilos abnehmen und das Ergebnis auch halten.

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