Formel 1 Prinzessinnen und Freistoßkönige

Nikon Indy 300 : Practice

Während Frauen noch immer um mehr Gleichberechtigung in der männerdominierten Arbeitswelt kämpfen, habe ich manchmal das Gefühl, dass es in der Sportwelt genau umgekehrt ist. Vor ein paar Tagen habe ich einen Bericht darüber gelesen, dass schon bald eine Frau in der Formel 1 fahren soll. Danica Patrick soll ein Cockpit im neuen US Team bekommen, das von den Teamchefs Ken Anderson und Peter Windsor geplant ist. Die gute Danica ist IndyCar Pilotin und ein absoluter Superstar in Amerika.

Eine der Antworten darauf, warum gerade Danica Patrick als Fahrerin in Frage kommt lautete, dass sie erstens eine gute Fahrerin sei (was sie mit einem Sieg und diversen Top 5 Plätzen wirklich bewiesen hat) und sie zweitens für das nötige mediale Interesse sorgen würde. Kein Wunder, schließlich sieht die gute Frau Patrick zusätzlich zu ihren fahrerischen Qualitäten auch noch ganz gut aus, weshalb sie sich schon für diverse hochrangige Magazine in Badebekleidung fotografieren ließ.

Aber ist es nicht verdammt ungerecht für alle anderen Kandidaten, die vielleicht die gleichen fahrerischen Qualitäten aufweisen, dass eine Frau ausgewählt wird nur weil sie eben eine Frau ist und halbwegs gut aussieht? Genau so wie es für mich ungerecht ist, dass damals eine Frau Kournikova mehr mediales Interesse bekommen hat als alle anderen Spielerinnen auf der WTA Tour, nur weil sie gut aussieht und das in diversen Fotoshootings zeigt.

Im Sport sollte es doch schließlich um die Leistung gehen, die jemand erbringt, und nicht ums Äußere. Von dem her haben es Frauen schon manchmal eindeutig leichter ihren Durchbruch zu schaffen, denn je früher man von den Medien entdeckt wird, um so früher hat man potente Sponsoren und umso besser kann man sich im Endeffekt entwickeln. Das gilt natürlich besonders in “Männersportarten” wie eben z.B. dem Motorsport.

Los Angeles Galaxy v New York Red Bulls

Das einzige männliche Gegenstück, das mir spontan einfällt, ist David Beckham, der derzeit ja wieder in aller Munde ist. Seien wir uns mal ehrlich, der Typ war sicher nie der beste Fußballer der Welt. Ganz gut war und ist er auf jeden Fall, aber es gibt garantiert einen Haufen Spieler auf seinem Niveau. Trotzdem reißen sich noch immer alle möglichen Top-Vereine um ihn, weil sie nicht nur einen Spieler kaufen, sondern eine Marke die ihnen ein unglaubliches Plus an Einnahmen über Fanartikel usw. beschert.

Aber schauen wir uns mal an wie es mit Männern aussieht, die versuchen sich ihren Weg in absoluten Frauensportarten zu bahnen. Als bestes Beispiel kann man hier wohl Synchronschwimmen hernehmen. Ja ich weiß, Synchronschwimmen ist nicht gerade etwas was man als Aushängeschild für Sport hernimmt, aber es ist immerhin olympisch.

Eine tolle Geschichte hat sich vor den olympischen Spielen 2000 in Sydney abgespielt. Bill May hat sich bei den US-Meisterschaften in besagtem Synchronschwimmen als einziger Mann gegen die komplette Frauen-Elite durchgesetzt, durfte aber trotzdem nicht bei den Spielen in Sydney starten, weil er eben ein Mann ist. Die FINA, der Dachverband aller nationalen Sportverbände für Schwimmen, Wasserspringen, Synchronschwimmen und Wasserball, verbietet Männern bis zum heutigen Tag die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen.

Also wenn Männer Eiskunstlaufen und Turniertanzen, verstehe ich beim besten Willen nicht warum sie nicht auch Synchronschwimmen dürfen. Von medialem Interesse kann man in diesem Fall jedenfalls sowieso nicht sprechen. Ich finde also schon dass es für Männer einige Ungerechtigkeiten in unserer Sportwelt gibt. Aber solange der Großteil der Sportkonsumenten Männer sind, wird sich daran wohl nichts ändern, denn die sehen nunmal lieber eine Anna Kournikova oder Danica Patrick im Bikini, als einen Typen beim Synchronschwimmen.

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Autor: doxidox
Datum: Samstag, 21. Februar 2009 10:19
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Ein Kommentar

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    [...] jüngster Zeit häufig bei Rennfahrerin Danica Patrick, die auch gerne Model spielt (siehe Sportblog), für die Tissot Sponsor ist. "Ein Touch von Weiblichkeit in einer Männerwelt" [...]

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