Wählerische Mikroorganismen

Anthrax Bacteria

Nachdem Michael Phelps sich bei den Olympischen Spielen in Peking zu einem der bekanntesten Sportler der Welt gemacht hatte, wurde ja viel über ihn und sein Training berichtet. Lustigerweise war es nicht die Intensität von seinem Training (also welchen Belastungen er sich im Training aussetzt) die die Leute ein wenig schockierte, sondern die Tatsache dass er angeblich in den letzten 4 Jahren jeden Tag bis auf einen einzigen im Wasser trainiert hat.

Mein erster Gedanke als ich das gehört habe war aber folgender: War der Typ denn nie krank? Überlegt man ein bisschen logisch, dann müsste man eigentlich annehmen dass ein Sportler, der über so lange Zeiträume sehr intensiv trainiert, öfters erkranken müsste als normale Menschen. Immerhin wird ja das Immunsystem des Körpers durch hohe physische Belastungen geschwächt. Als Gegenargument muss man aber anführen, dass Spitzenathleten wie ein Michael Phelps ihren ganzen Tagesablauf auf das Training abgestimmt haben, und in ihrem Zeitplan genau darauf geachtet wird, dass die nötigen Regenerationspausen vorhanden sind.

Trotzdem sind Erkrankungen von Sportlern während oder kurz vor einem Wettkampf keine Seltenheit und immer eine riesige Herausforderung für die Teamärzte (die dann die armen Schweine sind wenn sie die Athleten nicht fitgespritzt bekommen). Während einer Trainingsperiode ist eine Erkrankung aber genau so schlimm wie vor oder während einem Wettkampf. Erstens kommt der Sportler in einen Trainingsrückstand (vor allem wenn man eben fast jeden Tag trainiert), und er verliert eventuell sogar hart antrainierte Körper- bzw. Muskelmasse wenn er länger im Bett liegen muss. Sportler die also nie oder nur selten krank werden haben da schon einen gewissen Vorteil.

Warum ich mir Gedanken über das ganze gemacht habe ist eigentlich ganz einfach. Ich bin auch einer der Menschen die eigentlich nie krank werden. Ok, stimmt nicht ganz, ich werde erst seit ich von zu Hause ausgezogen bin nicht mehr krank (im Gegensatz zu meiner Familie, die sich noch immer jedes Mal die Krankheitserreger von einem zum anderen weitergibt bis alle mal dran waren). Ich bin da aber auch nicht der einzige, denn nach einer kurzen Suche im Internet findet man doch einige Foreneinträge usw. von Leuten die behaupten noch nie richtig krank gewesen zu sein.

Sieht man sich den heutigen Spitzensport jetzt ein wenig genauer an, dann muss man zugeben dass wir in einer Zeit der Vorselektion leben. Das heißt in vielen Sportarten werden Kinder und Jugendliche die gefördert werden danach ausgewählt, ob unter anderem ihre (zukünftige) Statur dem Anforderungsprofil der jeweiligen Sportart entspricht. Als Beispiele kann man am besten Sportarten wie Kunstturnen, rhythmische Gymnastik, Volleyball, Basketball oder aber auch Leichtathletik hernehmen. Überlegt man sich jetzt noch auf welche kleinen Leistungsunterschiede es im Spitzenbereich ankommt, dann sind wir vielleicht auch bald an dem Punkt wo es bei einem Nachwuchstalent nicht mehr „nur” auf den zukünftigen Körper ankommt, sondern auch auf die allgemeine Widerstandsfähigkeit des Körpers. Denn ein dauerhaft kränkelnder Sportler bringt einem Verein oder Sponsor weniger als jemand der ständig seine optimale Leistung abrufen kann.

Vielleicht findet aber auch eine automatische Selektion statt, bei der anfällige Sportler erst gar nicht bis ganz nach oben kommen.

Ähnliche Beiträge:

  • Share/Bookmark

Autor: doxidox
Datum: Dienstag, 6. Januar 2009 15:00
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Allgemein, Leistungsdiagnostik, Leistungssport

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Ein Kommentar

  1. 1

    [...] habe ja noch vor kurzem darüber geschrieben, dass ich in den letzten 3 Jahren so gut wie nie krank war. Anscheinend hab ich es damit wohl verschriehen, denn die ganze letzte Woche bin ich mit fast 40° [...]

Kommentar abgeben