Regelmäßige Negativschlagzeilen – dann hat mans als Sportler geschafft
Fast wöchentlich lese ich auf www.orf.at die Meldung “Brier startet in der 1. Runde als 137. in Weiss der Kuckuck wo” … oder so ähnlich. Jedesmal frage ich mich, wen zum Teufel interessiert, ob Markus Brier jetzt 175., 137. oder 99. bei einem Golfturnier in Südafrika geworden ist oder nicht. Diese Meldung kann vielleicht eingefleischte Golfer auf einer Golf-Website alleine aufgrund ihres Vorhandenseins in Verzückung geraten lassen. Aber dem durchschnittlich Sport-Interessierten ringt diese Meldung höchstens ein gelangweiltes Gähnen ab.
Statt dieser Information über einen Mißerfolg von Herrn Brier müssen wahrscheinlich aus Platzgründen einige andere Meldungen von Spitzenergebnissen heimischer Sportler auf ewig in der Tastatur der Sport-Redakteure bleiben. Ich würde es verstehen, wenn höchst aktuell über einen plötzlichen Materialwechsel von Hermann Maier berichtet wird, der vielleicht seit kurzer Zeit eine neue Sockenmarke verwendet. Hermann Maier ist einfach eine Person des öffentlichen Interesses, wo schlichtweg alles interessant und berichtenswert erscheint – eben Personenkult.
Aber warum diese Meldungen über Markus Brier? Um nicht missverstanden zu werden, Herr Brier steht hier nur stellvertretend für so manch anderen Sportler, von dem einem im besten Fall Spitzenergebnisse interessieren, aber keinesfalls Misserfolge oder vielleicht auch noch irgend welche banalen privaten Geschichten.
Als Grund sehe ich mehrere Möglichkeiten: Herr Brier könnte persönlich ein besonders gutes Verhältnis zu besagten Sportredakteuren pflegen, was ich im konkreten Fall allerdings nicht annehme. Der Österreichische Golfverband könnte besonders gute PR-Arbeit, oder sagen wir mal “Lobbying” betreiben (auch Sportredakteure spielen schließlich gerne Golf), was der schreibenden Zunft jedoch als Begründung für regelmäßige Berichterstattung ebenfalls nicht unterstellt werden darf. Haben die potenten Sponsoren des Golfverbandes oder des Hrn. Brier Einfluß auf die Häufigkeit der Berichterstattung? Schließlich zahlen sie bei den erwähnten Medien eine Menge Werbegelder in die Kassen. Oder liegt es einfach an der Entscheidung des Chefredakteurs eines Mediums, dass Golf zur erlesenen Auswahl der unter Beobachtung stehenden Sportarten gehört – und dann hat eben darüber berichtet zu werden, ob über Erfoge oder kontinuierliche Mißerfolge. Als letzte Möglichkeit fällt mir noch ein, dass es wahrscheinlich eh alle interessiert wie oft Herr Brier das weisse Bällchen nicht ins grüne Loch trifft, nur ich mit meiner angeborenen Hinterfragerei sehe schon wieder Gespenster am medialen Schönwetter-Himmel.
Herrn Brier kanns letztlich egal sein warum das so ist wie es ist, denn er hat es geschafft. Er erfreut sich potenter Sponsoren und einer relativ großen Bekanntheit, was natürlich handfeste finanzielle Vorteile für ihn hat. Viele andere Sportler kommen nicht mal mit Siegen in die Sport-Schlagzeilen. Er hingegen beglückt die Sportwelt vereinzelt mit seinen tollen Leistungen, aber meist mit regelmäßigen Misserfolgsmeldungen – und wir haben das eben lesend und konsumierend zur Kenntnis zu nehmen, weil scheinbar jemand entschieden hat, dass über Golf regelmäßig zu berichten ist. Und so kann ich es kaum erwarten zu erfahren, ob Herr Brier nächste Woche in einer Oase der Wüste Gobi 728 oder 729 Versuche benötigt hat um das kleine Runde in das etwas größere Runde zu befördern und dabei trotzdem wieder einen sogenannten “Cut” nicht geschafft hat.
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Montag, 26. Januar 2009 0:24
Cool find ich auch immer die Schlagzeilen “Thomas Vanek mit Assist bei Buffalo Niederlage/Sieg”.
Der bekommt schon eine Schlagzeile nur wegen einem Assist. Stellt euch mal vor das würden die bei allen Fußballern die im Ausland spielen auch machen
Montag, 22. Februar 2010 14:35
Ja man merkt schon du bist auf Golf und Golfer nicht allzu gut zu sprechen. Aber hast natürlich auch Recht das nicht jeder Furz auf der 18 Bahn gleich einen eigenen Leitartikel bekommen muss!