Der neue Dress Code im Schwimmbad

schwimmanzug

Im Schwimmen geht ja derezit einfach nur die Post ab. Die Rekordflut ist selbst nach den olympischen Spielen noch nicht abgeflaut, eher ganz im Gegenteil. Bei der Kurzbahn EM in Rijeka sind ja wieder massenhaft Bestmarken gefallen. Der Grund dafür ist laut Meinung der Sportler und der Experten der Schwimmanzug von Speedo.

Als Schwimmanzüge das erste Mal bei Wettkämpfen aufgetaucht sind waren noch viele Sportler skeptisch ob sie überhaupt einen Vorteil bringen. Deshalb schwammen noch eine ganze Zeit lang einige Athleten mit der altbewährten Badehose. Doch die Firma Speedo hat es geschafft ihre Anzüge im Vergleich zur Konkurrenz so stark zu verbessern, dass sich mittlerweile jeder Athlet darum reißt. Manche Sportler kämpfen sogar wahrlich darum mit Speedo-Anzügen Schwimmen zu dürfen, wie man am Beispiel der deutschen Schwimmer derzeit sehen kann. Der deutsche Verband hat nämlich einen Vertrag mit Adidas abgeschlossen, weshalb alle deutschen Schwimmer eigentlich mit Adidas Anzügen schwimmen müssen. Weil die sich dadurch natürlich gegenüber der Konkurrenz benachteiligt fühlen, herrscht reges Streiten.

Die ganze Geschichte mit den Schwimmanzügen ufert aber noch an einer ganz anderen Stellen aus. Wie jetzt in den Medien bekannt wurde, sind bei der Kurzbahn EM in Rijeka einige Sportler mit bis zu 3 Anzügen übereinander geschwommen, um mehr Auftrieb zu erhalten. Da es dafür noch keine offizielle Regelung gibt, konnte auch noch niemand etwas dagegen sagen.

Ich persönlich finde das eigentlich schon ziemlich frech, weil sich das Plus an Auftrieb doch in einen enormen Vorteil umwandeln lässt. Ich möchte hier jetzt nicht die gesamte Biomechanik des Schwimmens zitieren, aber es ist einfach so dass ein kleine Änderung der Wasserlage beim Schwimmen eine große Veränderung des Strömungswiderstandes bewirkt. Weniger Widerstand heißt dadurch auch weniger Kraftverbrauch beim Schwimmen. Es kommt aber noch ein anderer Vorteil dazu: Diese Schwimmanzüge müssen natürlich verdammt eng sein, weil ja kein Wasser zwischen Anzug und Körper kommen darf. Wenn man jetzt 3 dieser Anzüge übereinander trägt, läuft man herum wie eine lebende Presswurst. Das mag an Land nicht förderlich sein, im Wasser ist es das aber schon. Die ganze Haltemuskulatur die bisher für die optimale Schwimmlage sorgen musste hat jetzt nichts mehr zu tun, weil der Anzug (oder die Anzüge) den Sportler von selbst in die richtige Schwimmposition drücken. Das bedeutet auch hier wieder eine große Ersparnis an Energie die dann für etwas anderes (z.B. den Antrieb) verwendet werden kann.

Da kann man wirkich nur hoffen dass es möglichst bald zu einer weltweiten Regelung der Anzüge kommt, denn wenn alle Sportler nur mehr wie Michelin-Männchen herumlaufen hat sich der Sport definitiv in die falsche Richtung entwickelt.

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Autor: doxidox
Datum: Samstag, 17. Januar 2009 12:15
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3 Kommentare

  1. 1

    [...] Zu meiner Freude habe ich grad eben die Schlagzeile gelesen, dass die FINA endlich strikte Richtlinien für Schwimmanzüge und deren Gebrauch beschlossen hat. All zu euphorisch darf man darüber allerdings auch wieder nicht sein, denn diese Reglementierung kam meiner Meinung nach reichlich spät. Zumindest zwei Großveranstaltungen (olympische Spiele in Peking, Kurzbahn EM in Rijeka) standen ganz sicherlich im Zeichen der Materialschlacht der Ausrüster und der Ausnutzung von Schlupflöchern durch Athleten. [...]

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    [...] die neuen High-Tech-Anzüge im Schwimmsport haben wir hier im Blog (1, 2) ja schon öfters geschrieben. Bis vor kurzem sah es allerdings so aus, als hätte die FINA es [...]

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